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14. Dezember 2015, 13:50 Uhr

Warnung aus Frankreich

IS-Miliz rückt auf Ölfelder in Libyen vor

Die Terrororganisation "Islamischer Staat" baut auch in Libyen ihre Macht aus. Frankreich warnt: Von den Küstengebieten dringt die Miliz ins Landesinnere vor, um Ölquellen unter Kontrolle zu bringen.

Seit Jahren verdient der "Islamische Staat" (IS) prächtig mit dem Schmuggel von Öl - allerdings bisher vor allem in seinem Stammgebiet in Syrien und in Teilen des Irak. Nun versucht die Dschihadistenmiliz nach französischen Angaben auch in Libyen mehr Einfluss auf das Ölgeschäft zu gewinnen.

Demnach rücken Einheiten derzeit in Richtung wichtiger Ölfelder vor. Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sagte am Montag dem Radiosender RTL, bisher sei die IS-Organisation in Sirte an der Mittelmeerküste angesiedelt, wo sie einen Streifen von 250 Kilometern Länge kontrolliere.

"Aber sie fangen an, ins Landesinnere vorzudringen und versuchen, sich Zugang zu Ölquellen und Ölreserven zu verschaffen." Frankreich warnt seit einigen Wochen vor einem wachsenden Einfluss des IS in Libyen und flog in der vergangenen Woche Aufklärungsflüge über dem Land.

Der IS hatte die 100.000-Einwohner-Stadt Sirte im Juni erobert. Im August schlugen die Dschihadisten eine Rebellion in dem Ort nieder.

Die internationale Gemeinschaft ist derzeit bemüht, die zahllosen rivalisierenden Parteien in dem von bewaffneten Konflikten zerrütteten Staat zu einem Waffenstillstand und einer Regierung der nationalen Einheit zu drängen. Am Mittwoch soll ein unter Uno-Vermittlung ausgehandeltes Friedensabkommen unterzeichnet werden.

In Libyen herrscht seit dem Sturz des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Das Land wird beherrscht von Dutzenden bewaffneten Milizen, es gibt zwei rivalisierende Parlamente und Regierungen.

jok/AFP

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