Warnung aus Frankreich IS-Miliz rückt auf Ölfelder in Libyen vor

Die Terrororganisation "Islamischer Staat" baut auch in Libyen ihre Macht aus. Frankreich warnt: Von den Küstengebieten dringt die Miliz ins Landesinnere vor, um Ölquellen unter Kontrolle zu bringen.

Brennende Öltanks in Libyen (Archivbild): Angst vor Übergriffen der Terrormiliz
REUTERS

Brennende Öltanks in Libyen (Archivbild): Angst vor Übergriffen der Terrormiliz


Seit Jahren verdient der "Islamische Staat" (IS) prächtig mit dem Schmuggel von Öl - allerdings bisher vor allem in seinem Stammgebiet in Syrien und in Teilen des Irak. Nun versucht die Dschihadistenmiliz nach französischen Angaben auch in Libyen mehr Einfluss auf das Ölgeschäft zu gewinnen.

Demnach rücken Einheiten derzeit in Richtung wichtiger Ölfelder vor. Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sagte am Montag dem Radiosender RTL, bisher sei die IS-Organisation in Sirte an der Mittelmeerküste angesiedelt, wo sie einen Streifen von 250 Kilometern Länge kontrolliere.

"Aber sie fangen an, ins Landesinnere vorzudringen und versuchen, sich Zugang zu Ölquellen und Ölreserven zu verschaffen." Frankreich warnt seit einigen Wochen vor einem wachsenden Einfluss des IS in Libyen und flog in der vergangenen Woche Aufklärungsflüge über dem Land.

Der IS hatte die 100.000-Einwohner-Stadt Sirte im Juni erobert. Im August schlugen die Dschihadisten eine Rebellion in dem Ort nieder.

Die internationale Gemeinschaft ist derzeit bemüht, die zahllosen rivalisierenden Parteien in dem von bewaffneten Konflikten zerrütteten Staat zu einem Waffenstillstand und einer Regierung der nationalen Einheit zu drängen. Am Mittwoch soll ein unter Uno-Vermittlung ausgehandeltes Friedensabkommen unterzeichnet werden.

In Libyen herrscht seit dem Sturz des früheren Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Das Land wird beherrscht von Dutzenden bewaffneten Milizen, es gibt zwei rivalisierende Parlamente und Regierungen.

jok/AFP



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iffelsine 14.12.2015
1. Gaddafi war das kleinere Übel
Aber die USA mussten sich ja einmischen, wie in Afghanistan, Irak und Syrien. Und Merkel macht mit. Allerdings sammelt sie nun im Alleingang die Flüchtlinge dieser Kriege ein und wir Deutschen werden in der EU zu den Deppen der Union !
crma 14.12.2015
2. Nu aber schnell
Ich wäre für einen Bundeswehreinsatz in Lybien - ist doch nur logisch. Immerhin ist Deutschland aussenpolitisch doch so erwachsen geworden, nicht wahr Herr Steinmeier? Da muss man solche Verantwortungen doch wahrnehmen. Ach kommt schon, bitte bitte. Nur noch ein bischen mehr Krieg.
Melange 14.12.2015
3. Sie waren mit Gaddafi nicht zufrieden
...jetzt haben sie den Salat. Recht geschieht den NATO-Deppen. Sie werden Gaddafi noch vermissen.
Ursprung 14.12.2015
4. Falsche Werte
Hat wohl auch keiner anders erwartet. Sind halt Mittelalter des letzten Jahrhunderts. Damals war Erdoel ja noch was wert. Da muessen die eben weiter Antiquitaeten verkloppen und Schleusergangs aufstellen, um uns zu aergern...
ghanima23 14.12.2015
5.
Zum Glück sind wir Ghaddafi los. Mit Ghaddafi in Lybien müsste sich niemand bei der BW den Kopf zerbrechen, wie man in Zukunft den Franzosen in dieser Ex-Kolonie im Kampf gegen den Islamismus helfen könnte. So sehen wir unsere Steuergelder endlich mal in action.
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