Koalition gegen Terrormiliz Russland verweigert sich beim Einsatz gegen den IS

Alles sah nach einer Annäherung zwischen Moskau und Washington im Kampf gegen den IS aus - doch daraus wird wohl nichts: Russland will die von den USA angeführte Koalition gegen die Terrormiliz nicht unterstützen.

Außenminister Lawrow und Kerry: Kein gemeinsamer Kampf gegen den IS
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Außenminister Lawrow und Kerry: Kein gemeinsamer Kampf gegen den IS


Paris - Am Dienstag hatte US-Außenminister John Kerry eine engere Zusammenarbeit mit Russland gegen den "Islamischen Staat" (IS) verkündet, doch nun dämpft sein Amtskollege Sergej Lawrow die Erwartungen: Moskau werde "keine 'Koalition' unterstützen, die ohne die Rückendeckung des Uno-Sicherheitsrats geschmiedet wurde", teilte das russische Außenministerium mit. Eine Zusammenarbeit sei nicht möglich, wenn "internationales Recht" gebrochen werde.

Kerry hatte nach einem Treffen mit Lawrow am Dienstag in Paris erklärt, beide Seiten wollten ihre Geheimdienstkooperation zur Bekämpfung des IS verstärken. Ob auch eine solche Zusammenarbeit ausgeschlossen sei, geht aus der jetzt verbreiteten Mitteilung des russischen Außenministeriums nicht hervor. Es sei eine weitere Abklärung notwendig, hieß es lediglich. Russland habe Syrien und dem Irak, wo die IS-Terrormiliz ihren Herrschaftsbereich seit Wochen ausbaut, bereits Hilfe bereitgestellt und werde diese Bemühungen fortsetzen.

Die Beziehungen zwischen Russland und den USA haben sich infolge der Ukraine-Krise deutlich abgekühlt. Kerry forderte zuletzt erneut ein Ende der Gefechte um den Flughafen Donezk in der Ostukraine, den sofortigen Abzug aller ausländischen Truppen aus der Region und die Freilassung aller Geiseln. Lawrow hatte das Gespräch mit Kerry als "nützlich" bezeichnet und erklärt: "Wo es möglich ist, werden wir zusammenarbeiten. Wo es Differenzen gibt, werden wir Lösungen suchen, die das Gleichgewicht und die Interessen spiegeln - gerecht und gleichberechtigt."

mxw/Reuters/AFP

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