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Syrien: Menschenrechtler werfen IS über 2000 Hinrichtungen vor

IS-Mitglied in Syrien (Archiv):  Terrorgruppe richtet auch Kämpfer aus eigenen Reihen hin  Zur Großansicht
REUTERS/ FBI

IS-Mitglied in Syrien (Archiv): Terrorgruppe richtet auch Kämpfer aus eigenen Reihen hin

Die Terrorgruppe "Islamischer Staat" soll mehr als 2000 Menschen in Syrien hingerichtet haben. Das geht aus einer Statistik der Beobachtungsstelle für Menschenrechte hervor.

Seit die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Teilen Syriens ein Kalifat ausgerufen hat, haben die Dschihadisten mindestens 2154 Menschen hingerichtet, darunter 1362 Zivilisten. Das meldet die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) unter Berufung auf Informanten in Syrien.

SPIEGEL ONLINE kann diese Informationen nicht unabhängig verifizieren, da Journalisten aufgrund der Kampfhandlungen derzeit nicht aus Syrien berichten können.

Zu den größten Massakern gehört laut SOHR die Hinrichtung von rund 930 Angehörigen des sunnitischen Schaitat-Stammes im Osten des Landes. Auch Frauen und Kinder zählen zu den Opfern des IS. Außerdem hat die Gruppe der Statistik zufolge 126 Kämpfer aus den eigenen Reihen getötet sowie 137 Mitglieder des Qaida-Ablegers Nusra-Front.

Die Opfer seien enthauptet, gesteinigt oder erschossen worden, teilt die Beobachtungsstelle mit Sitz in London mit. Es handelt sich um Tötungen außerhalb von Gefechtssituationen seit Ende Juni, als der IS in Teilen Syriens einen islamischen Gottesstaat ausrief.

Die tatsächliche Zahl liegt wahrscheinlich höher. Nicht alle Hinrichtungen lassen sich verifizieren. Von Hunderten Mitgliedern des Schaitat-Stammes fehlt jegliches Lebenszeichen. Zudem werden Dutzende Kurden seit der Schlacht um die Stadt Kobane vermisst. Man müsse davon ausgehen, dass viele von ihnen in IS-Gefängnissen festgehalten werden, schreibt SOHR. Nicht immer ist klar, ob sie überhaupt noch am Leben sind.

In dem seit 2011 andauernden Konflikt in Syrien sind bereits über 210.000 Menschen getötet worden, die Hälfte von ihnen Zivilisten. Die Terrorgruppe hat im Irak und in Syrien ein Kalifat ausgerufen und eine radikalislamische Terrorherrschaft errichtet. Nach erheblichen Gebietsgewinnen im vergangenen Jahr erlitten die Dschihadisten schwere Verluste durch Luftangriffe der US-geführten Militärallianz.

kry/Reuters

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