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Welterbestätte in Syrien: IS-Terroristen sprengen Palmyras größten Tempel

Die Terrororganisation "Islamischer Staat" hat innerhalb einer Woche den zweiten großen Tempel im syrischen Palmyra gesprengt. Anwohner berichten von einer gewaltigen Explosion, das 2000 Jahre alte Bauwerk sei schwer beschädigt worden.

Die Terroristen des "Islamischen Staats" (IS) haben eines der wichtigsten antiken Bauwerke des Nahen Ostens schwer beschädigt. Augenzeugen berichten, dass die Dschihadisten am Sonntag den Baaltempel in Palmyra gesprengt hätten. Das rund 2000 Jahre alte Bauwerk sei dabei schwer beschädigt worden.

"Diese Explosion hätte sogar ein Gehörloser gehört", sagte Nasser al-Thaer, ein Bewohner Palmyras der Nachrichtenagentur AP. "Es ist die totale Zerstörung. Die Steine und Säulen liegen auf dem Boden." Nur die Außenmauer des Tempels sei unbeschädigt geblieben. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete ebenfalls, dass die antike Kultstätte schwer beschädigt worden sei. Die Beobachtungsstelle mit Sitz in London bezieht ihre Informationen von Augenzeugen vor Ort.

Baal war eine Gottheit, die vor Jahrtausenden in der Levante verehrt wurde. Der ihm gewidmete Schrein in Palmyra wurde 32 vor Christus errichtet. Der Außenraum mit Opferaltar und Wasserbecken entstand gut 200 Jahre später. Die gesamte Tempelanlage war rund vier Hektar groß und bildete den größten Komplex in Palmyra.

Erst vor einer Woche hatte der IS den Baalschamin-Tempel in Palmyra gesprengt, den zweiten wichtigen Tempel in der Wüstenstadt. Das Bauwerk wurde dem Erdboden gleichgemacht.

Eine Woche zuvor hatten die Dschihadisten Khaled Asaad, den Chef-Archäologen von Palmyra, enthauptet. Der 82-Jährige hatte sich für den Erhalt der antiken Stätte eingesetzt, die vor Ausbruch des Bürgerkriegs eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Syrien war. Der IS hatte die Ruinenstadt im Mai dieses Jahres erobert.

Die IS-Fundamentalisten betrachten die vorislamischen Kultstätten als Zeugnisse der Vielgötterei, die unislamisch seien und daher zerstört werden müssten.

syd/AP/dpa

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