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Terrorallianz: Ägyptische Dschihadisten schließen sich dem IS an

Salafisten auf dem Sinai: Anschläge gegen die Armee gehören zum Alltag Zur Großansicht
AFP

Salafisten auf dem Sinai: Anschläge gegen die Armee gehören zum Alltag

Ägyptens größte Terrorgruppe hat sich offiziell dem "Islamischen Staat" angeschlossen. Die Ansar Bait al-Makdis sind für zahlreiche Anschläge verantwortlich, bei denen Hunderte Menschen getötet wurden.

Kairo - Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) hat jetzt einen offiziellen Ableger im bevölkerungsreichsten arabischen Land. Die ägyptische Dschihadistengruppe Ansar Bait al-Makdis haben in einer im Internet verbreiteten Audiobotschaft dem IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi die Treue geschworen.

Die Gruppe habe entschieden, sich dem IS anzuschließen, weil die Ausrufung des Kalifats ein neues Erwachen darstelle, sagt ein Sprecher in der mehr als neun Minuten langen Aufzeichnung.

Ansar Bait al-Makdis bedeutet übersetzt so viel wie "Helfer Jerusalems". Die Gruppe hatte sich nach dem Sturz des Langzeitdiktators Husni Mubarak Anfang 2011 in Ägypten gebildet. Nachdem das Militär im Sommer 2013 den frei gewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi gestürzt und die Anhänger der regierenden Muslimbruderschaft rücksichtslos verfolgt hatte, gewannen die militanten Extremisten an Zulauf und Stärke. Der ägyptische Geheimdienst schätzt, dass Ansar Bait al-Makdis etwa 2000 Kämpfer angehören.

Anschläge auf Israel

Die Gruppe ist vor allem auf der Sinai-Halbinsel aktiv. Hier genießt sie die Unterstützung einheimischer Beduinen, die sich von der Zentralregierung in Kairo seit Jahrzehnten vernachlässigt fühlen. Ansar Bait al-Makdis tragen die Verantwortung für zahlreiche Anschläge gegen Sicherheitskräfte auf dem Sinai, bei denen Hunderte Menschen getötet worden. Außerdem verübten die Dschihadisten mehrere Anschläge in Kairo - unter anderem auf den Innenminister und mehrere ranghohe Generäle.

Die Gruppe verübte auch mehrere Anschläge auf israelische Truppen an der Grenze zwischen dem Sinai und Israel. Zudem feuerte sie bereits mehrfach Raketen auf den israelischen Badeort Eilat am Roten Meer.

Ansar Bait al-Makdis hatte dem IS zuvor bereits Unterstützung zugesagt, sich aber nicht offiziell den Dschihadisten zugehörig erklärt. Ein Sprecher des ägyptischen Innenministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Ankündigung der Zugehörigkeit zum IS werde nichts an der Bekämpfung der Gruppe in Ägypten ändern. "Es sind nur verschiedene Namen für dieselben Terroristen."

syd/AFP/AP/Reuters

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1. Tendenzieller Artikel,wie immer bei dem Thema
kraichgau12 10.11.2014
Wer wie ich in egypt lebt,und das über Jahre und schon vor der "Revolution", weiss sehr genau, das das von Ashton und Obama verbreitete Bild vom "frei gewählten Mursi" so nicht stimmt. Das Land hatte immer ein MB-Problem, da sie mit Sponsoring aus Khatar so taten,als waeren sie sozial eingestellt,kauften damit aber nur die Stimmen der ungebildeten Massen. Das Jahr unter Mursis "Regierung" dürfte auch kein Mensch hier vergessen, Salafisten in den Parlamenten, ernsthafter Versuch, einen Anghörigen der Gama'a Islamiya, also den Terroristen, die das Tempel Massaker von Luxor 97 durchführte, in Luxor zum Regional-Regierungschef zu machen und eine allgemeine Verreligionisierung, die eine 1:1 Kopie von Erdoghans Umbau der Türkei war ALLE islamischen extremistengruppen gründen sich auf Abspaltungen von den MB,sogar Al Khaida wird heute von einem vorigen MB-Mitglied geleitet! Die Situation in Sinai ist sehr gefährlich und dürfte über kurz oder lang auch dne Rest an Tourismus schwer beschaedigen
2.
zauselfritz 10.11.2014
Zitat von kraichgau12Wer wie ich in egypt lebt,und das über Jahre und schon vor der "Revolution", weiss sehr genau, das das von Ashton und Obama verbreitete Bild vom "frei gewählten Mursi" so nicht stimmt. Das Land hatte immer ein MB-Problem, da sie mit Sponsoring aus Khatar so taten,als waeren sie sozial eingestellt,kauften damit aber nur die Stimmen der ungebildeten Massen. Das Jahr unter Mursis "Regierung" dürfte auch kein Mensch hier vergessen, Salafisten in den Parlamenten, ernsthafter Versuch, einen Anghörigen der Gama'a Islamiya, also den Terroristen, die das Tempel Massaker von Luxor 97 durchführte, in Luxor zum Regional-Regierungschef zu machen und eine allgemeine Verreligionisierung, die eine 1:1 Kopie von Erdoghans Umbau der Türkei war ALLE islamischen extremistengruppen gründen sich auf Abspaltungen von den MB,sogar Al Khaida wird heute von einem vorigen MB-Mitglied geleitet! Die Situation in Sinai ist sehr gefährlich und dürfte über kurz oder lang auch dne Rest an Tourismus schwer beschaedigen
Wieso behauptest du die Tatsache das Mursi frei gewählt wurde sei nur von Ashton und Obama verbreitet worden? Ist doch Unsinn. Oder hast du Beweise für Wahlbetrug? Das mit den Muslimbrüdern die falschen an der Machtwaren, dass wissen wir hier alle auch schon lange. Ändert aber nichts daran das sie gewählt wurden - und dann haben wohl nicht wenige gemerkt was das für ein Fehler war. Aber was hat das mit Obama zu tun? Genau, nichts. Ist Sache Ägyptens.
3. Wie erwartet...
o-sensei 10.11.2014
habe ich vor wenigen Wochen an dieser Stelle prognostiziert, dass Obama zum Bodenkampf übergehen wird. Da die USA die offene Konfrontation vermeiden wollen, überlassen sie die militärische Drecksarbeit den Irakern. Obama trifft sich lieber mit den Präsidenten Japans und China. Nun bricht ihm auch noch Ägypten weg. Amar Bei al Magdis ist überhaupt kein Freund der USA. Durch den Anschluss an die IS wird die Luft verdammt dünn in dieser Region. Die Israelis werden jetzt alles tun, um aus dieser Zangensituation rauszukommen.
4. @zauselfritz
kraichgau12 10.11.2014
1.wüsste nicht, das wir per Du sind 2. hier gewesen,als die Wahl statt fand? bei der hohen Analphabeten-Quote in den ländlichen Gebieten wurden den Parteien Zeichen zugeordnet....die MBs haben seit den 80ern direkt in diesen Bereichen eine Schatten-Sozialwirtschaft entwickelt,die hatten ihre Kundschaft schon lange hörig und wählend gekauft 3. Obama ebenso wie Ashton haben Mursi massiv gepushed, weil Sie (fälschlicherweise) davon ausgingen, das ein "moderater" Islamist handlebar waere, das das eine Falscheinschaetzung war,hat Ashton bis heute nicht begriffen und Obama erst,als der Typ schon monate im Knast sass, aus dem er im Januar 2011 erst ausgebrochen war(schon das allein ein Wahlausschlussgrund, auch in D, mal nachlesen!) man darf das schon ruhig glauben,das ein vor Ort beobachter, der mit den Menschen arbeitet, mehr Innenkenntnisse hat als ein Spon-aktivist
5. Dschihadisten?
suzie_q 10.11.2014
Dschihad: "die Anstrengung/den Kampf auf dem Wege Gottes" (Quelle: wikipedia). Das klingt wie eine völlige Verharmlosung. Es sind feige Mörder und Terroristen und das sollte man auch so beim Namen nennen.
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