Kampf gegen Dschihadisten Uno-Sicherheitsrat will Handel mit IS unter Strafe stellen

Im Kampf gegen den "Islamischen Staat" zeigen die Vereinten Nationen sich selten einig: Eine einstimmig verabschiedete Resolution des Sicherheitsrats soll erreichen, den IS finanziell auszutrocknen.

Rauch über einem Ölfeld bei Kirkuk: Haupteinnahmequelle des IS
AFP

Rauch über einem Ölfeld bei Kirkuk: Haupteinnahmequelle des IS


New York - Ölverkäufe, Antiquitätenhandel und Lösegelderpressung sollen für den "Islamischen Staat" (IS) so kompliziert wie möglich werden. Der Uno-Sicherheitsrat hat einen russischen Resolutionsentwurf angenommen, der Finanzierungsquellen von Dschihadistengruppen weiter austrocknen soll. Die Resolution wurde einstimmig verabschiedet. Bei Verstößen drohen Sanktionen und sogar Gewaltanwendung.

Mehr als 35 Staaten unterstützen damit die russische Resolution. Die Vereinbarung zielt offenbar vor allem auf die Türkei ab, die den Handel mit Rohöl und Ölprodukten über die syrische und irakische Grenze stärker eindämmen soll. Außerdem sind neue Maßnahmen gegen den Handel mit Antiquitäten geplant. So soll die weitere Plünderung der antiken Stätten in Syrien und dem Irak verhindert werden.

Außerdem fordert die Uno mit der Resolution alle Länder dazu auf, kein Lösegeld an die Dschihadisten zu zahlen. Die 15 Mitglieder des Uno-Sicherheitsrats lehnen zwar offiziell alle Lösegeldzahlungen an Geiselnehmer ab. Mehrere europäische Länder sind jedoch immer wieder von dieser Linie abgewichen. Binnen 120 Tagen müssen alle 193 Uno-Mitgliedstaaten nun darlegen, wie sie die Vereinbarung umsetzen.

In einem weiteren Uno-Papier ging es im vergangenen August bereits darum, die Einnahmen der Dschihadisten zu beschneiden und die Rekrutierung weiterer Kämpfer zu unterbinden. Allen, die Öl von den Dschihadisten kaufen, wurde mit Strafmaßnahmen gedroht.

Im November hatte ein Uno-Bericht dann empfohlen, sämtliche Öltanklastwagen aus den Gebieten unter Kontrolle der Dschihadisten zu stoppen. Dem Bericht zufolge verdienen die Dschihadisten täglich 850.000 bis 1,65 Millionen Dollar, also 743.000 bis 1,44 Millionen Euro, mit dem Verkauf von Öl an private Händler. Allerdings sind diese Einnahmen zuletzt infolge der internationalen Luftangriffe auf Stellungen der IS-Miliz sowie die gesunkenen Ölpreise zurückgegangen.

vek/AFP/AP



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
logabjörk 12.02.2015
1. das wird aber auch mal
Zeit
tinosaurus 12.02.2015
2.
Genau die richtige Maßnahme. Mal sehen, was die Türkei davon hält. Die kaufen nicht nur das Öl, sondern fördern auch noch die Rekrutierung der IS-Kämpfer. Bin gespannt, ob da deutliche Worte Richtung Erdogan fallen werden.
Kimmerier 12.02.2015
3.
Erschreckend, dass selbst selbstverständliche Maßnahmen erst umständlich diskutiert und beschlossen werden müssen. Erschreckend, dass gerade der NATO-"Partner" Türkei mehr als offensichtlich in die "Geschäfte" des sog. Islamischen Staates verstrickt ist und man glaubt, eine UNO-Resolution zu benötigen, um die Türkei an ihre Pflichten zu erinnern. Erschreckend die Vorstellung, die Türkei wäre auch in der EU ...
izach 12.02.2015
4.
Wenn die US und EU jedem der mit dem IS in irgendeiner Form Handel treibt einen mind 10 Jahre dauernden totalen Handelsboykott androht wäre der Spuk schon lange vorbei. Klappt aber nur wenn das auch für die arab. Freunde der USA im nahen Osten gilt. Irgendwer gibt den verrückten Geld. Irgendwer verkauft denen Waffen und irgendwer kauft von denen Öl.
cscholz 12.02.2015
5. Sag mir wessen Lied du singst.....
Wer mit diesen Terroristen handelt, ist selbst ein Terrorist, schlimm, dass es einer UNO Resolution bedarf, um diesen Handel einzudaemmen
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