Kampf gegen Dschihadisten Militärkoalition zerstört Verbindungsrouten des IS

Die US-geführte Allianz gegen den "Islamischen Staat" meldet Erfolge im Nordosten Syriens. Wichtige Versorgungsrouten und Kommunikationswege seien gekappt. Die Miliz brüstet sich im Internet mit einem neuen Tötungsvideo.

Militärische Erfolge: US-geführte Allianz kappt IS-Versorgungswege
REUTERS

Militärische Erfolge: US-geführte Allianz kappt IS-Versorgungswege


Tel Hamis - Die westliche Militärallianz hat die Dschihadisten im Nordosten Syriens nach eigenen Angaben weiter in ihrer Bewegung eingeschränkt: Die US-geführte Verbindung gegen den "Islamischen Staat" (IS) habe ihnen wichtige Versorgungsrouten und Kommunikationswege gekappt, erklärte die Koalition. Die Streitkräfte hätten im Nordosten Syriens nahe der Stadt Tel Hamis den "Widerstand des IS gebrochen".

Die Militärkoalition geht mit Luftangriffen gegen IS-Stellungen in Syrien und im Irak vor. In der vergangenen Woche sei es gelungen, dem IS den Zugang zu wichtigen Straßen zu versperren, über die er zuvor Kämpfer und Ausrüstung in den Irak gebracht habe, hieß es. Außerdem seien in dem Gebiet 94 Dörfer von der Herrschaft des IS befreit worden. Waffensysteme, Fahrzeuge und Kampfpositionen wurden zerstört. Der Einsatz sei am Samstag beendet worden.

Neues Tötungsvideo

Am Dienstagabend hat die IS-Miliz erneut ein Video im Internet in Umlauf gebracht: Es soll zeigen, wie ein arabischer Israeli von einem Jungen per Kopfschuss getötet wird. Die Dschihadisten werfen Mohammed Musallam Spionage vor. In dem Video trägt er einen orangefarbenen Overall und sagt, er sei vom israelischen Geheimdienst angeworben und ausgebildet worden. Er habe sich der IS-Miliz angeschlossen, um sie auszuspähen. Dann wird er auf einem Feld von einem Jungen erschossen.

Die Nachrichtenagentur Reuters beruft sich auf israelische Sicherheitskreise, die melden, dass das Video bekannt sei. Ob es echt sei, könne nicht bestätigt werden. Eine unabhängige Bestätigung der Echtheit der Aufnahme war zunächst nicht möglich. Israel und die Familie des Getöteten haben die Darstellung zurückgewiesen, dass Musallam als Spion tätig war.

Am Ende des Films werden noch die Namen von weiteren angeblichen palästinensischen Spionen aus Jerusalem eingeblendet. Bereits Mitte Januar hatte der IS ein Video veröffentlicht, in dem ein kleiner Junge zwei angebliche Spione des russischen Geheimdienstes erschießt.

Uiguren schließen sich IS an

Nachdem zuletzt die nigerianische Terrorgruppe Boko Haram dem "Islamischen Staat" seine Treue geschworen hatte, scheint sich die Anhängerschaft zu erweitern: Auch Peking meldet, dass Mitglieder der muslimischen Uiguren das Land verlassen hätten, um sich der Terrormiliz anzuschließen. Anschließend seien sie nach China zurückgekehrt, um dort "ihre Aufgaben zu übernehmen", so chinesische Offizielle. Konkrete Angaben machten sie nicht.

Peking werde nun den Kampf gegen Terrorismus und Extremismus in der Unruheprovinz Xinjiang an den Grenzen zu Afghanistan und Pakistan verstärken, hieß es. Die Region gilt neben Tibet als der größte Krisenherd der Volksrepublik und ist häufiger Schauplatz von Anschlägen. Die muslimische Minderheit der Uiguren fühlt sich kulturell, sozial und wirtschaftlich benachteiligt.

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vek/AFP/Reuters/dpa/AP

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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
gott777 11.03.2015
1. Der interessante Teil
der Nachricht ist der, dass radikale Uiguren wohl nach China zurückgekehrt sind. Jetzt sind a) mehr Anschläge zu erwarten und das b) dass die Zentralregierung einen weiteren Vorwand für Repressalien hat
dherr 11.03.2015
2. Und...
für solch einen ERFOLG brauchen die mehrere Monate?
klareduchblick007 11.03.2015
3. Islamischer Terror
ist und war zum scheitern verurteilt... Mir tun nur die vielen unschuldigen leid - vor allem Frauen und Kinder...
ein_verbraucher 11.03.2015
4. China...
...hat ja jetzt einen Grund so richtig gegen die Uiguren vorzugehen...Klasse wie man Politik für seine eigenen Zwecke nutzen kann. Vielleicht sind alle Führer aller Nationen miteinander verstrickt damit Sie machen können was Sie wollen...nur wir sind die Dummen die einfach nichts verstehen und sehen.
Beat Adler 11.03.2015
5. Mehrere Monate?
Zitat von dherrfür solch einen ERFOLG brauchen die mehrere Monate?
Mehrere Monate? Die Aufklaerung der Ziele, versteckt in einem Gebiet groesser Deutschland, braucht nun einmal Zeit. Radikalbombardierungen, um ganze Flaechen umzupfluegen, sind heute nicht mehr moeglich. Fuer die Art und Weise wie die internationale Koalition gegen den IS vorgeht, vorallem das Bereitstellen von effektiven Kraeften am Boden, kombiniert mit Luftangriffen, ist der Erfolg, langsam aber sicher, gegeben. Das geschah bisher sogar ohne Massaker an der Zivilbevoelkerung durch die IS-Gegner.
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