Angriffe in Syrien US-Luftwaffe zerstört 283 Öltanklaster des IS

Der Verkauf von Erdöl ist eine zentrale Einnahmequelle des IS. Nun haben die USA erneut Luftangriffe in Syrien geflogen - und dabei allein an einem Tag 283 Öltanklaster der Terrormiliz zerstört.

Russlands Angriffe auf syrische Ölfelder: Einnahmequellen sollen versiegen
REUTERS/Ministry of Defence of the Russian Federation

Russlands Angriffe auf syrische Ölfelder: Einnahmequellen sollen versiegen


Die USA wollen eine der wichtigsten Einnahmequellen des "Islamischen Staats" (IS) trockenlegen. Schon in der vergangenen Woche wurden rund hundert Öltanklaster der IS-Miliz zerstört, jetzt meldet das Pentagon neue Erfolge.

Die US-Luftwaffe hat demnach bei den jüngsten Angriffen insgesamt 283 Öltanklaster zerstört. Die Angriffe seien am Samstag im Osten Syriens zwischen Hassaka und Deir Essor erfolgt, teilte das Pentagon am Montag mit. Vier Flieger vom Typ A-10 sowie zwei AC-130 seien an dem Einsatz beteiligt gewesen.

Die Piloten hätten zunächst im Tiefflug Flugblätter abgeworfen, in denen die Fahrer der Laster zur Flucht aufgefordert wurden, sagte Steve Warren vom US-Militär. Bei den Fahrern handele es sich oft nicht um Dschihadisten.

Der Verkauf und die Förderung von Erdöl sind zentrale Einnahmequellen der IS-Miliz. So nimmt sie Schätzungen zufolge jährlich rund eine halbe Milliarde Dollar ein. (Mehr über die Finanzquellen des IS lesen Sie hier.)

"Operation Flutwelle II"

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte bereits im Oktober in einer Anhörung vor dem Senat in Washington angekündigt, dass die vom IS besetzten Ölförderstätten stärker unter Beschuss genommen werden sollten, um den Terroristen eine wichtige Einnahmequelle zu nehmen. Doch oft konnten die vom IS bezahlten Ingenieure die Schäden auf den Ölfeldern zügig wieder reparieren.

Bis Mitte November waren die USA davor zurückgeschreckt, die Tanklastwagen zu bombardieren, in denen der IS das Öl transportiert. Zu groß war die Sorge vor zivilen Opfern. Die Pariser Terroranschläge haben diese Bedenken beseitigt. Auch Russland fliegt seit Kurzem Angriffe auf Produktionsanlagen des IS.

Die aktuellen US-Angriffe sind Teil der "Operation Flutwelle II". Damit hat das Pentagon einen symbolträchtigen Titel gewählt: Als "Operation Flutwelle" hatten die USA im Zweiten Weltkrieg die Luftangriffe auf die von der deutschen Wehrmacht besetzten Ölförderanlagen in Rumänien bezeichnet.

aar/AFP/AP

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