Kampf gegen den IS USA attackieren Chemiewaffenprogramm

Die USA haben das Chemiewaffenprogramm des "Islamischen Staates" angegriffen. Die nötigen Informationen stammten offenbar von einem führenden IS-Mitglied.

ISIS-Kämpfer im Irak
AFP

ISIS-Kämpfer im Irak


Das US-Verteidigungsministerium hat bestätigt, dass es mehrere Angriffe auf Produktionsstätten für Chemiewaffen des "Islamischen Staates" ausgeführt hat. Die Informationen zu den Zielen stammten von einem Gefangenen, sagte Pentagon-Sprecher Peter Cook in Washington. Sleiman Daoud al-Afari, ein hochrangiges Mitglied der Terrormiliz, sei mittlerweile an die Regierung des Iraks übergeben worden.

Genaue Angaben zu den Zielen wollte Cook unter Verweis auf die Sicherheit der Einsätze nicht machen. Man sei zuversichtlich, dass die Angriffe das Chemieprogramm der Terrormiliz geschwächt hätten.

Im vergangenen Monat hatte der US-Auslandsgeheimdienst CIA gewarnt, dass die IS-Miliz bereits mehrfach Chemiewaffen eingesetzt habe. Die Organisation sei auch in der Lage, kleine Mengen an Chlor- und Senfgas selbst herzustellen. Auch die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) geht davon aus, dass die Dschihadisten chemische Kampfstoffe produzieren.

US-Geheimdienste legen der Terrororganisation mindestens zwölf Einsätze von Senfgas zur Last, mehrheitlich in Syrien, die anderen im Irak. Drei weitere Vorfälle sind wahrscheinlich. Nach US-Angaben kamen die dabei Getöteten aber durch die Explosion der Granaten um, nicht durch das Gas. "Sie haben gezeigt, dass sie bereit sind, es einzusetzen. Das allein ist für uns Grund zur Besorgnis", sagte Cook.

Die IS-Miliz hatte weite Landesteile im Irak und in Syrien erobert und in den von ihr gehaltenen Gebieten einen islamischen Gottesstaat ausgerufen. Die USA fliegen seit Sommer 2014 gemeinsam mit Verbündeten Luftangriffe auf IS-Stellungen. Für den Kampf am Boden setzt Washington auf die irakischen Streitkräfte, kurdische Verbände sowie die gemäßigte Opposition gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Sie werden von US-Spezialkräften unterstützt.

brt/dpa/AFP

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