Kampf gegen Dschihadisten US-Armee kündigt neue Kommandoaktionen gegen IS an

Mehr Luftschläge, mehr Einsätze von Spezialeinheiten am Boden: Mit dieser veränderten Strategie will US-Verteidigungsminister Carter den Kampf gegen den "Islamischen Staat" gewinnen.

Trainingseinsatz von US-Spezialeinheit (Archivbild): Rakka, Ramada und Raids
REUTERS

Trainingseinsatz von US-Spezialeinheit (Archivbild): Rakka, Ramada und Raids


US-Verteidigungsminister Ashton Carter hat in einer Anhörung vor dem Streitkräfteausschuss des Senats eine Strategieänderung im Kampf gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) angekündigt.

Die Militärkampagne werde sich künftig auf "die drei Rs" konzentrieren, sagte Carter. Gemeint sind die Städte Rakka und Ramadi in Syrien und im Irak, die vom IS kontrolliert werden. Die USA und ihre Verbündeten wollen die Luftangriffe auf diese Hochburgen der Dschihadisten verstärken, kündigte der Verteidigungsminister an.

Das dritte R steht für "Raids" - also Einsätze von US-Kommandoeinheiten am Boden. Washington werde nicht davor zurückschrecken, Partner bei Attacken gegen den IS zu unterstützen oder solche Einsätze selbst auszuführen, "ob durch Angriffe aus der Luft oder direkte Handlungen am Boden", sagte Carter.

US-Verteidigungsminister Carter: Konzentration auf "die drei Rs"
AFP

US-Verteidigungsminister Carter: Konzentration auf "die drei Rs"

Besonders die vom IS besetzten Ölförderstätten sollten stärker unter Beschuss genommen werden, um den Terroristen eine wichtige Einnahmequelle zu nehmen.

Carter hob hervor, dass mit US-Unterstützung aus der Luft syrische Rebelleneinheiten inzwischen bis auf 50 Kilometer auf Rakka, die inoffizielle Hauptstadt des IS, vorgerückt seien.

Kritik an Obama

In der vergangenen Woche hatte eine US-Spezialeinheit gemeinsam mit kurdischen und irakischen Kämpfern rund 70 Geiseln im Nordirak befreit. Seitdem steht erneut der Vorwurf des sogenannten Mission Creep im Raum: Obama hatte den Einsatz bewaffneter Kampftruppen am Boden im Irak und in Syrien ausgeschlossen, doch Kritiker werfen ihm vor, sich schleichend in einen langen Krieg ziehen zu lassen.

Stabsfeldwebel Joshua Wheeler, der nach einem Feuergefecht bei der Befreiungsaktion in der Stadt Hawija starb, ist der erste durch eine direkte Kampfhandlung getötete US-Soldat im Krieg gegen den IS. Dieser hatte vor 14 Monaten begonnen.

syd/AP/Reuters/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 188 Beiträge
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Seite 1
sinoprat 27.10.2015
1. Wenn das
war ist und nicht wieder eine Psydonummer, könnte zusammen mit den russischen Verbänden zumindest ein kleiner Vorschritt erreicht werden. Nur so wird dem Flüchtlingselend ein Ende gesetzt. Hoffentlich.
trubeldubel 27.10.2015
2. Ohje,
noch mehr Hochzeiten, Beerdigungen, Krankenhäuser. Lieber keinen Einsatz der USA wünschen. Das geht in die Hose.
Respekt voreinander 27.10.2015
3. Am besten vorher ankündigen, dann....
Sind die Verluste auch nicht so gering .....
stonecold 27.10.2015
4.
Da fliehen aber keine Menschen, vor den US-Luftschlägen, oder? Die sind bislang stoisch sitzengeblieben, wenn es bei einem der 70.000 Einsätze der Koalition in der Nähe gekracht hat. Nur die russischen Bomben, die lösen dann Flüchtlingsströme aus.
tailspin 27.10.2015
5. Weapon Grade Stupidity
Ein Blick zurueck in die Geschichte: Immer das gleiche zu tun und ein anderes Ergebnis zu erwarten, ist die Definition von Wahnsinn. Ich habe ausnahmsweise hier mal jemanden (inzwischen leider verstorben) zitiert, der um Groessenordnungen intelligenter war als ich.
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