Kampf gegen IS USA planen Drohnenbasis an der Grenze zu Libyen

Libyen versinkt im Bürgerkrieg, der "Islamische Staat" gewinnt dort an Einfluss. Die USA wollen nun gegensteuern: An der Grenze zu dem nordafrikanischen Land soll einem Zeitungsbericht zufolge eine Drohnenbasis entstehen.

US-Drohne (2012 in Kalifornien): Einsatz in Nordafrika?
REUTERS/ U.S. Air Force

US-Drohne (2012 in Kalifornien): Einsatz in Nordafrika?


Die USA wollen ihren Militäreinsatz gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) über Syrien und den Irak auf Libyen ausdehnen. An der Grenze zu dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland sei ein Stützpunkt für Drohnen geplant, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf hochrangige Regierungsvertreter.

Demnach verhandelt die US-Regierung derzeit mit mehreren nordafrikanischen Staaten an der Grenze zu Libyen über die Einrichtung einer solchen Drohnenbasis. Es wäre der erste deutliche Schritt, dass die Vereinigten Staaten die Offensive gegen den IS über Luftangriffen der von ihr geführten Militärkoalition im Nahen Osten hinaus ausweiten will. Libyen grenzt an Tunesien, Algerien, Niger, den Tschad, den Sudan und Ägypten.

Die Errichtung einer Drohnenbasis würde helfen, den IS in Libyen zu beobachten und somit einen "blinden Fleck" in der Anti-Terror-Strategie der USA zu beseitigen, heißt es dem Blatt zufolge aus Washington. Damit würden "Lücken in unserer Wahrnehmung dessen gefüllt, was dort passiert", sagte ein hochrangiger Vertreter der US-Regierung der Zeitung.

Libyen versinkt seit Jahren zusehends im Bürgerkrieg, seit einigen Monaten gewinnt dort auch die Terrormiliz IS an Einfluss. In einer jüngsten Analyse, über die SPIEGEL ONLINE berichtet hatte, warnt die Bundesregierung vor einem Erstarken der Dschihadisten in Libyen. Das Sicherheitsvakuum, so heißt es dort, ermögliche auch dem "Islamischen Staat" die Konsolidierung und die weitere Destabilisierung des Landes sowie angrenzender Regionen.

Zuletzt hatte es Hoffnung auf eine Beruhigung der Lage in dem Bürgerkriegsland gegeben: Am Sonntag einigten sich die Konfliktparteien auf einen Friedensplan. Mitglieder der international anerkannten Führung im östlichen Tobruk und weitere Gruppen unterzeichneten einen entsprechenden Entwurf nach Uno-Angaben in der marokkanischen Stadt Skhirat. Unter ihnen waren demnach auch Vertreter aus der libyschen Stadt Misrata, deren Milizen als militärisches Rückgrat der Tripolis-Regierung gelten.

Die von islamistischen Milizen kontrollierte Volksvertretung in Tripolis lehnt den Uno-Friedensplan allerdings ab. Dieser sieht vor, eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden, Neuwahlen abzuhalten und eine neue Verfassung auszuarbeiten. In Libyen herrschen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 Chaos und Gewalt. Die Städte werden von rivalisierenden Milizen kontrolliert, während zwei Parlamente und Regierungen die Macht für sich beanspruchen.

Die wichtigsten Terrorgruppen Afrikas im Überblick:

Boko Haram (Nigeria, Kamerun, Tschad, Niger)

Ziele: Boko Haram kämpft für einen islamischen Gottesstaat im Norden Nigerias und in den angrenzenden Nachbarländern Kamerun, Tschad und Niger.

Geschichte: Seit 2009 bekämpft Boko Haram mit Terroranschlägen und regulären Militärmanövern den Staat und die Zivilbevölkerung in Nordnigeria, seit 2014 vermehrt auch in Nachbarländern. Inzwischen kontrollieren die Milizen nahezu den gesamten Bundesstaat Borno, seit Anfang 2015 gehen dort auch Soldaten aus Niger, Tschad und Kamerun gegen die Terroristen vor. Zwischen 2009 und 2015 fielen mehr als 13.000 Menschen Boko Haram zum Opfer, zudem hat die Gruppe Hunderte Kinder entführt.

Bedeutung: Boko Haram zählt zu den weltweit gefährlichsten Terrororganisationen. Die Sekte hat den nigerianischen Staat erheblich destabilisiert und die gesamte Region in Aufruhr versetzt. Im März 2015 schwor Anführer Abubakar Shekau der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) die Treue, die 2014 in großen Teilen Syriens und des Iraks ein islamistisches Terrorregime errichtet hat. Durch diesen Pakt dürfte Boko Haram seine Attraktivität für Dschihadisten weiter erhöht haben.

(Quelle: Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin)

Schabab-Miliz (Somalia und Kenia)

Ziele: Die "Somalische Bewegung der Mudschahidin-Jugend", kurz Schabab-Miliz, will am Horn von Afrika einen islamischen Gottesstaat etablieren. Dieser soll in der Tradition der Sultane von Sansibar stehen, die einst über große Gebiete in den heutigen Staaten Somalia, Kenia und Tansania herrschten.

Geschichte: 2004 gegründet, verübte die Organisation seit 2008 immer häufiger Anschläge. Seit 2012 ist sie Mitglied des Terrornetzwerks al-Qaida. Die Schabab-Miliz agiert jedoch autonom, nutzt das Qaida-Label lediglich für Rekrutierung und Propaganda.

Bedeutung: Schabab-Anführer Ahmed Abdi Godane wurde im September 2014 bei einem US-Drohnenangriff getötet. Das schwächte die Gruppe, bedeutete aber nicht ihr Ende: Im Frühjahr 2015 gehörten schätzungsweise zwischen 7000 und 15.000 Kämpfern der Miliz an.

(Quelle: Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin)

Aqim - Al-Qaida im islamischen Maghreb (Algerien)

Ziele: Das Terrornetzwerk "Al-Qaida im islamischen Maghreb" (Aqim) kämpft für eine Durchsetzung radikalislamischer Prinzipien – vor allem in Algerien, langfristig will die Organisation aber global expandieren. Ihr Anführer Abdalmalik Droukdal, der sich als "Emir" Abu Musab Abd al-Wudud bezeichnet, hat sich im Konkurrenzkampf zwischen IS und al-Qaida hinter letztere gestellt.

Geschichte: Im Jahr 2006 benannte sich die algerische Terrorzelle Groupe Salafiste pour la Prédication et la Combat (GSPC) in Aqim um. Im Dezember 2007 verübte sie Anschläge auf ein Uno-Gebäude und den Regierungssitz in der Hauptstadt Algier mit Dutzenden Toten. Aqim finanziert sich über Schmuggel, Schutzgelder sowie Lösegelder für die Freilassung westlicher Touristen.

Bedeutung: Aqim ist zu einem der einflussreichsten Terrornetzwerke des Kontinents aufgestiegen, bekommt seit einigen Jahren jedoch wachsende Konkurrenz in Nordafrika. Zudem sinkt wegen vieler Schutzgelderpressungen der Rückhalt in der Bevölkerung, weshalb regelmäßig Aqim-Dschihadisten denunziert und gestellt werden. Dank zahlreicher Einnahmequellen kann die Organisation ihre Kämpfer jedoch gut bezahlen und so auch ideologisch weniger überzeugte Anhänger rekrutieren. In Algerien verfügt die Organisation Schätzungen zufolge über bis zu tausend Kämpfer.

(Quelle: Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin)

Ansar al-Scharia (Libyen und Tunesien)

Ziele: Ansar al-Scharia ("Anhänger des islamischen Rechts") kämpft für die Durchsetzung einer radikalislamischen Idee. Die salafistische Miliz stammt aus Libyen, kooperiert aber mit zahlreichen anderen Gruppen in Nordafrika und ist auch mit der Terrormiliz IS in Syrien und im Irak lose verbunden.

Geschichte: Die Gruppe entstand während des libyschen Bürgerkriegs 2011 und war zunächst zwei Jahre lang als legale Organisation mit karikativen Einrichtungen in ihren Hochburgen sehr beliebt. Im Zuge einer fortschreitenden Radikalisierung bis zum Verbot im August 2013 gingen aus dem Umfeld der Miliz mehrere libysche IS-Ableger hervor. Ansar al-Scharia finanziert sich offenbar über Zuwendungen etwa aus Mali, Libyen und dem Jemen. Auch aus Saudi-Arabien und Kuwait soll Geld geflossen sein.

Bedeutung: Der Einfluss der Gruppe in Libyen ist zwar beschränkt, da dort etliche Gruppen und Milizen aktiv sind. Doch für den internationalen Dschihadismus ist die Gruppe sehr bedeutend: Sie kooperiert mit dem IS und ist Teil eines Netzwerks islamistischer Gruppen in ganz Nordafrika. Zudem ist die Gruppe zahlenmäßig stark: Anfang 2013 soll sie bis zu 10.000 Anhänger gehabt haben.

(Quelle: Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin)

Dschund al-Chilafa (Algerien)

Ziele: Die "Soldaten des Kalifats" (Dschund al-Chilafa) kämpfen im äußersten Westen Algeriens für einen islamischen Gottesstaat – mit äußerster Brutalität.

Geschichte: Der Dschihadist Khaled Abu Suleiman gründete im September 2014 Dschund al-Chilafa als Abspaltung des afrikanischen Qaida-Ablegers Aqim, die Gruppe schloss sich daraufhin dem IS an. Große Bekanntheit erlangte sie, nachdem sie im Herbst desselben Jahres die französische Geisel Hervé Gourdel enthauptet hatte.

Bedeutung: Die Terrororganisation ist eine kleine Gruppe. Der Treueschwur auf IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi zeigt jedoch beispielhaft, wie sehr der IS die Vormachtstellung der Qaida und anderer Dschihadistengruppen in Nordafrika bedroht – und dass daher mit einer Ausweitung einer äußerst brutalen Form des militanten Dschihadismus in Afrika zu rechnen ist.

(Quelle: Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin)

Mujao - Movement for Unity and Jihad in West Africa (Nordwestafrika)

Ziele: Die "Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika" (Movement for Unity and Jihad in West Africa, kurz Mujao) kämpft im Norden Malis und in den angrenzenden Ländern für einen islamischen Staat auf der Grundlage ihrer strengen Auslegung der Scharia: Straftätern werden Berichten zufolge die Gliedmaßen abgehackt, auch öffentliche Auspeitschungen sind an der Tagesordnung. Frauen dürfen nur noch komplett verschleiert auf die Straße gehen.

Geschichte: Mujao gründete sich im Oktober 2011 als Splittergruppe von Aqim und breitete sich im Norden Malis rasch aus. Im März 2012 brachte sie die Stadt Gao unter ihre Kontrolle und konnte erst nach einer militärischen Intervention Frankreichs zurückgeschlagen werden. Viele Mujao-Einheiten stellten sich dem Kampf jedoch nicht und greifen seitdem regelmäßig aus ihren Rückzugsorten in der Wüste ausländische Soldaten an. Aus Mujao ging später die Terrororganisation al-Mourabitoune hervor.

Bedeutung: Nach der Intervention der französischen Armee in Mali haben die Uno und die Europäische Union Hunderte Soldaten und Ausbilder in das Land geschickt, auch die Bundeswehr ist an diesen Missionen beteiligt. Seitdem ist der Einfluss der Mujao-Milizen geschwächt – dennoch kommt es immer wieder zu blutigen Anschlägen, auch im Süden des Landes.

(Quelle: Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin)

Lord's Resistance Army (Uganda, Demokratische Republik Kongo, Zentralafrika)

Ziele: Die christlich-fundamentalistische Lord's Resistance Army ("Widerstandsarmee des Herrn", kurz LRA) bekämpft im Herzen des afrikanischen Kontinents mehrere Regierungen – vor allem die von Uganda.

Geschichte: Die LRA ist für etliche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Uganda, der Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik verantwortlich. Seit Jahrzehnten überfällt die Gruppe Dörfer und verschleppt Kinder, um sie als Kämpfer einzusetzen oder als Sexsklaven zu missbrauchen. Die LRA soll mehr als 100.000 Menschen getötet und 60.000 Kinder verschleppt haben. 2005 zog sich die Gruppe aus Uganda zurück, doch im Grenzgebiet zwischen Zentralafrika, dem Südsudan und der Demokratischen Republik Kongo wütet sie weiter.

Bedeutung: Im Januar 2015 fasste das US-Militär den führenden Kommandeur der Gruppe und kündigte an, Dominic Ongwen vor den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag stellen zu lassen. Die Festnahme Ongwens, der als einer der wichtigsten Stellvertreter des LRA-Warlords Joseph Kony (Foto) gilt, dürfte die LRA geschwächt haben.

Battar-Brigade (Libyen)

Ziele: Die Battar-Brigade kämpft für einen islamischen Staat und eine radikale Auslegung der Scharia – vor allem in Libyen.

Geschichte: Die 2012 gegründete Gruppe schloss sich schon nach kurzer Zeit der Terrormiliz IS an und kämpfte an deren Seite im syrischen Bürgerkrieg gegen die Nusra-Front, die "Freie Syrische Armee" und den "Islamischen Staat". Als die Kämpfe im Sommer 2014 intensiver wurden, kehrten etliche Battar-Kämpfer ins libysche Bengasi zurück und importierten so den radikalen IS-Dschihadismus.

Bedeutung: Die Aufnahme der lybischen Dschihadisten in die Reihen des IS dürfte maßgeblich zur Radikalisierung des islamistischen Milieus in Libyen beigetragen haben. Deshalb hat die Miliz auch dementsprechend enge Verbindungen zur Dschihadistengruppe Ansar al-Scharia.

Ansar al-Din (Mali)

Ziele: Ansar al-Din, die selbsternannten "Helfer des Glaubens", fordern eine radikale Interpretation der Scharia. Die Rebellen kämpfen für eine Abspaltung des Nordens von Mali: Das Gebiet, das sie für sich beanspruchen, reicht von den Grenzen zu Algerien und Niger bis zum Fluss Niger bei Timbuktu.

Geschichte: Ansar al-Din entstand im Mai 2012 als Zusammenschluss von Tuareg-Rebellen und militanten Islamisten. Großes Aufsehen erregte die Gruppe, als sie gemeinsam mit anderen Dschihadisten im Frühjahr 2012 das malische Timbuktu eroberte und im Norden des Landes eine "Islamische Republik Azawad" ausrief. Dort führte Ansar al-Din eine strenge Form der Scharia ein und zerstörte Jahrhunderte alte Mausoleen, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehörten.

Bedeutung: In den Wirren des malischen Bürgerkriegs erlangte die Gruppe beträchtliche Bedeutung – allerdings nur bis zur französischen Militärintervention im Jahr 2013. Die Gruppe ist jedoch gut vernetzt und soll auch in Verbindung zu Aqim stehen.

Muwaqiun bi-l Dam (Algerien und Mali)

Ziele: Die Gruppe Muwaqiun bi-l Dam ("Die mit Blut unterschreiben") operiert aus Algerien, tritt aber vor allem in Mali für einen strengen Islam ein – und kämpft in dem westafrikanischen Land für eine Befreiung von westlichen Einflüssen.

Geschichte: Muwaqiun bi-l Dam spaltete sich im Dezember 2012 von Aqim ab. Großes Aufsehen erregte die Gruppe, als sie im Januar 2013 die Gasförderanlage von Ain Amenas im Osten Algeriens angriff und Dutzende Geiseln nahm. Nach drei Tagen beendete die französische Armee die Geiselnahme, mindestens 67 Menschen kamen dabei ums Leben.

Bedeutung: Viel ist über den Hintergrund der kleinen Gruppe nicht bekannt, Experten halten sie für eine zahlenmäßig überschaubare Qaida-Untergruppe im Süden Algeriens. Zudem meldete das tschadische Militär im März 2013 den Tod ihres Anführers Mokhtar Belmokhtar (Foto) in Mali. Die Geiselnahme der Gruppe im Januar 2013 nahe der algerisch-libyschen Grenze als Reaktion auf die französische Intervention in Mali veranschaulicht jedoch die Bedeutung grenzüberschreitender Netzwerke islamistischer Gruppen in Nordwestafrika.

Uqba ibn Nafi (Tunesien und Algerien)

Ziele: Im Westen Tunesiens und in der algerischen Grenzregion kämpft Uqba ibn Nafi für eine radikale Auslegung der Scharia. Die tunesische Regierung erklärte die Gruppe 2012 zu einem Ableger von Aqim, es gibt aber auch Hinweise auf eine Nähe zu Ansar al-Scharia.

Geschichte: Uqba ibn Nafi trat erstmals 2012 in Erscheinung, als bei einer Schießerei ein Grenzpolizist getötet wurde. 2013 kamen bei einem Anschlag der Gruppe acht Soldaten ums Leben. Die Gruppe finanziert sich über den Schmuggel von Waffen, Drogen und Benzin über die tunesisch-algerische Grenze. Trotz enger Zusammenarbeit der dortigen Sicherheitskräfte ist es bislang nicht gelungen, die gut vernetzte Terrorzelle unter Kontrolle zu bekommen.

Bedeutung: Die selbsternannte Katiba (Brigade) ist relativ klein und soll Schätzungen zufolge über höchstens 100 Kämpfer verfügen. Sie gilt jedoch neben Ansar al-Scharia als wichtigste Dschihadistengruppe Tunesiens und hat sich zum ernsten Problem für die tunesischen Streitkräfte entwickelt: Da viele Bewohner der Grenzregion vom weitverzweigten Schmuggel der Islamisten profitieren, genießt Uqba ibn Nafi einen vergleichsweise großen Rückhalt in der Bevölkerung.

(Quelle: Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin)

Ansar Bait al-Makdis (Ägypten)

Ziele: Ansar Bait al-Makdis ("Unterstützer Jerusalems") kämpft auf der ägyptischen Halbinsel Sinai für einen islamischen Staat nach dem Vorbild des IS.

Geschichte: Mit dem Sturz des islamistischen Staatspräsidenten Mohammed Mursi im Sommer 2013 begann der Aufstieg von Ansar Bait al-Makdis im Nordsinai, wo sie seitdem etliche Anschläge verübt hat. Im November 2014 schloss sich die Gruppe dem IS an und benannte sich um in Wilaja Sina ("Staat Sinai"). Im Internet verbreitete die Gruppe Banner mit dem Slogan "Islamischer Staat - Provinz Sinai".

Bedeutung: Der geschickt vermarktete Treueschwur auf IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi dürfte die Rolle der Terrorzelle gegenüber anderen dschihadistischen Gruppen auf dem Sinai stärken: Die Gruppe wird dadurch attraktiver für potenzielle Kämpfer und kann auf finanzielle und militärische Unterstützung des IS hoffen.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
bronck 13.07.2015
1. Erschreckend, aber wahr
Irgendwie geht in diesen Ländern immer alles den Bach runter, wenn der Diktator weg ist: - Ägypten, eine Diktatur von der nächsten abgelöst, daher relativ ruhig - Irak, ohne Saddam seit Jahren nur Gewalt und Chaos - Libyen, siehe oben - Tunesien, geht gerade den Bach runter - Syrien, gemeinsam mit dem Irak Geburtsland des IS und - Afghanistan, hatte noch die einen starken Diktator Es ist zum heulen, aber vielleicht ist das mit der Demokratie nicht für den weltweiten Export geeignet.
FrankBennesch 13.07.2015
2. Macht Sinn
wenn die Amerikaner nun den Schlamassel aufräumen und versuchen die weitere Ausbreitung zu verhindern. Merke: Den es gab auch Despoten, die nützlich waren. Es gab in Libyen ein Krankensystem und geregelten Schulunterricht, sowie Hochschulen. Geblieben ist nur noch Chaos. Welche Zukunft sollen diese Menschen den noch haben? Demokratie nach westlichen Maßstäben? Das geht einfach nicht in solchen Ländern - so was muss von alleine wachsen, das muss von innen heraus kommen und nicht von Außen. Nur solche Despoten sind und waren in der Lage - und ja - auch mit Brutalität, solchen IS-Spinnern entgegen zutreten. Den sie kannten Land und Leute in diesen Ländern. Wir sind ja nicht in der Lage mit äußerste Härte gegen solche Subjekte vor zu gehen. Bei uns werden ja Solden mit dem Staatsanwalt bedroht - nicht vom Feind.
spaas11 13.07.2015
3. statt
"Lücken" zu schliessen,sollte man diese Terrororganisationen rigoros bekämpfen.
gympanse 13.07.2015
4.
Wenn es sich um einen "blinden Fleck" handelt, auf Basis welcher Daten und Erkenntnisse hat die USA denn dann die Destabiliserung des Landes und die Jagd auf den Despoten Gadaffi vorangetrieben?
ursus24 13.07.2015
5. Beschämend
Sie schreiben hier als ob es sich dabei um einen ganz normalen Vorgang handelt. Mit gesundem Menschenverstand und Moral betrachtet ist das doch ein weiterer Schritt einer monströsen, nie dagewesenen Menschenjagd. Mordmaschinen über Afrika. Was soll dadurch eigentlich besser werden? Auch dei deutsche Politik ist nur noch ein lumpiger Handlanger und Feigling wenne s um universellen Schutz der Menschenrechte geht. In Donbass schauen wir genüsslich zu wie ein anderes Regime seine eigene Bevölkerung aushungern, vertreiben und töten will, und das in dem Land, wo unsere Väter und Großväter schon unglaubliche Verheerungen angerichtet haben. Anstand und Mut gibt es in unserem Land derzeit nicht mehr, wir sollten uns alle schämen.
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