"Operation Flutwelle II" USA verstärken Angriffe auf Ölfelder des IS

Die US-Armee hat "Operation Flutwelle II" ausgerufen: Dahinter verbergen sich verstärkte Luftangriffe auf die Ölförderstätten des "Islamischen Staats". Washington will der Terrororganisation damit eine wichtige Einnahmequelle nehmen.

Brennende Ölraffinerie im Irak: "Wir wollen das alles ausschalten"
DPA

Brennende Ölraffinerie im Irak: "Wir wollen das alles ausschalten"


Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) nimmt pro Monat rund 40 Millionen US-Dollar mit der Förderung und dem Verkauf von Erdöl ein. Diese Zahlen nennt das US-Finanzministerium.

Nun verstärkt das Pentagon seine Angriffe auf die Ölfelder im Irak und Syrien, die vom IS kontrolliert werden. Damit wollen die USA eine der wichtigsten Einnahmequellen der Terrormiliz trockenlegen.

Ende Oktober griffen US-Bomber bereits 26 Ziele auf dem Omar-Ölfeld an, einer der beiden größten Förderstätten in Syrien. In den kommenden Wochen wollen die US-Militärs acht weitere wichtige Ölfelder und zwei Drittel der vom IS kontrollierten Raffinerien zerstören oder zumindest schwer beschädigen. Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf das Pentagon.

"Wir wollen das alles ausschalten", sagte Militärsprecher Steven H. Warren der Zeitung. Ziel sei es, die Förderstätten für sechs bis zwölf Monate außer Betrieb zu nehmen.

US-Armee vermeidet Angriffe auf Tanklaster

Bislang hatte die US-Luftwaffe die Ölfelder nur sporadisch angegriffen. Oft konnten die vom IS bezahlten Ingenieure die Schäden zügig wieder reparieren. Zudem schreckte die Armee aus Sorge vor zivilen Opfern davor zurück, die Tanklastwagen zu bombardieren, in denen der IS das Öl transportiert.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte bereits im Oktober in einer Anhörung vor dem Senat in Washington angekündigt, dass die vom IS besetzten Ölförderstätten stärker unter Beschuss genommen werden sollten, um den Terroristen eine wichtige Einnahmequelle zu nehmen.

Das Pentagon hat der Angriffswelle den Namen "Operation Flutwelle II" gegeben. Dieser Titel ist höchst symbolträchtig. Als "Operation Flutwelle" hatten die USA im Zweiten Weltkrieg die Luftangriffe auf die von der deutschen Wehrmacht besetzten Ölförderanlagen in Rumänien bezeichnet.

syd



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