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Kämpfe in Nordsyrien: IS-Milizen stehen vor Eroberung von Ain al-Arab

Türkische und syrische Kurden reißen Grenzzaun nahe der Stadt Suruç nieder: Ain al-Arab unter schwerem Beschuss durch IS Zur Großansicht
REUTERS

Türkische und syrische Kurden reißen Grenzzaun nahe der Stadt Suruç nieder: Ain al-Arab unter schwerem Beschuss durch IS

Bei den Kämpfen um die Vorherrschaft in der Stadt Ain al-Arab an der syrisch-türkischen Grenze spielen sich dramatische Szenen ab. Die Islamisten feuerten nun mit schweren Geschossen, um den strategisch wichtigen Ort einzunehmen. Die Syrer fliehen in Massen.

Ankara/Damaskus - Die Terroristen des "Islamischen Staats" (IS) haben schwere Artillerie eingesetzt, um die Grenzstadt Ain al-Arab im umkämpften Gebiet zwischen Syrien und der Türkei zu erobern. Nach Angaben eines ranghohen kurdischen Militärführers hätten die IS-Milizen die Stadt von drei Seiten attackiert und sie mit Mörsern und Raketen beschossen.

Die syrische Grenzstadt Ain al-Arab ist von entscheidender militärstrategischer Bedeutung: Seit Wochen versuchen die Dschihadisten den Ort einzunehmen, um zwei von ihnen beherrschte Gebiete zu verbinden. Schon mehrere Tage liefern sich IS-Milizen und die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) Gefechte um die Stadt, die von ihren kurdischen Einwohnern Kobani genannt wird und direkt an der syrisch-türkischen Grenze liegt.

Beide Seiten kämpfen mit ungleichen Waffen: Bei der Verteidigung der Grenzstadt seien die Kurden den Islamisten militärisch unterlegen, sagte der Sprecher der Kurden. Im Gegensatz zu den schwer bewaffneten Islamisten - die auf Ain al-Arab mit Panzern und Maschinengewehren vorstoßen - seien die Kurden nur mit alten russischen Waffen und Gewehren ausgestattet, sagte der kurdische Sprecher.

Auch bei der Truppenstärke sind die Islamisten offenbar überlegen. US-Generalstabschef Martin Dempsey sagte, mindestens 12.000 bis 15.000 Widerstandskämpfer würden im Osten Syriens benötigt, um die von dem IS beherrschten Gebiete zurückzuerobern.

Seit den Angriffen der IS-Kämpfer auf die nordsyrische Region und die Öffnung der Grenze zur Türkei sind nach Schätzungen des türkischen Ministerpräsidenten Ahmed Davutoglu mehr als 160.000 Menschen ins Nachbarland geflüchtet. Nach offiziellen Angaben haben seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien mehr als 1,5 Millionen Menschen Zuflucht in der Türkei gesucht.

Bei den Auseinandersetzungen um die Stadt Ain al-Arab waren am Donnerstag rund zwanzig Kämpfer auf beiden Seiten getötet worden. Zuvor hatten die Kurden erstmals Unterstützung von der US-geführten Koalition erhalten: Im Kampf gegen die IS-Milizen bombardierten Militärjets Ziele in der näheren Umgebung, um die Islamisten bei ihrem Vormarsch zu stoppen. US-Generalstabschef Martin Dempsey sagte, die Luftschläge gegen die Dschihadisten hätte die Infrastruktur, die Logistik und die Kommandogewalt der Gruppierung empfindlich getroffen.

Vor dem Hintergrund des Vormarsches des IS in Syrien sprach sich der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan für eine "Sicherheitszone" im Nachbarland aus.

daf/dpa/AFP/Reuters

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insgesamt 55 Beiträge
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1. Der
papaleo3011 26.09.2014
ist zun "Arabischen Winter" verkommen.
2. Bodentruppen
KJB 26.09.2014
Jaja, nur aus der Luft wird das nix, schweres gerät will man den kurden nicht geben und bis die überhaupt mal eine gescheit ausgebildete truppe haben is es eh zu spät. Ich tipp mal drauf das die türken früher oder später da rein müssen ;)
3. Was denn nu
Shoxus 26.09.2014
Ich dachte die westlichen Bomber machen alles dem Erdboden gleich, wie können die da weiter vorrücken? Oder wird hier nur Geld für die Rüstungsindustrie verschossen und wieder haufenweise Unschuldige ins Jenseits befördert?
4. was ich nicht verstehe
holly12 26.09.2014
wenn die IS nun 5 Kilometer vor der Stadt steht müsste es doch ein leichtes sein diese mit Luftangriffen zu bekämpfen? Kann mir das jemand erklären?
5. Syr. Kurden vor der Auslöschung durch das Kalifat?
seneca55 26.09.2014
Die Türkei hilft den Kurden nicht. Sie befürchten ein neues Kurdistan, wenn der Westen die IS Gotteskrieger vernichtet. Also lassen sie die Kurden am langen Arm verhungern und gewähren der IS freies Pendeln in und her über die syr.-türk. Grenze . Alles andere scheint PR von Ankara zu sein. Wenn schon weiter mit Assad, dann wenigstens ohne Kurden leben, Realpolitik in Nahost.
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