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Luftschläge gegen Terrormiliz: IS-Anführer mit Kontakt zu Paris-Attentätern getötet

Mutmaßlicher IS-Anführer Charaffe al-Muadan: Kontakte zu Paris-Attentätern Zur Großansicht
AFP

Mutmaßlicher IS-Anführer Charaffe al-Muadan: Kontakte zu Paris-Attentätern

"Wir schlagen der Schlange auf ihr Haupt": Die Anti-IS-Koalition hat im Dezember nach eigenen Angaben zehn Top-Terroristen getötet. Einer von ihnen soll Kontakt zum Drahtzieher der Paris-Attentate gehabt haben.

Bei Luftangriffen in Syrien ist nach Angaben der US-Armee ein Anführer des "Islamischen Staats" (IS) mit direkten Verbindungen zu den Terroranschlägen von Paris getötet worden. Der für die Anti-IS-Koalition zuständige Sprecher der US-Armee, Colonel Steve Warren, sagte in einer aus Bagdad übertragenen Pressekonferenz, Charaffe al-Muadan habe unmittelbar mit dem Planer der Anschläge in der französischen Hauptstadt, Abdelhamid Abaaoud, zusammengearbeitet.

Außerdem sei Muadan mit Samy Amimour befreundet gewesen, der sich bei den Anschlägen in der Konzerthalle Bataclan in die Luft gesprengt hatte. Abdelhamid Abaaoud gilt als Kopf der Anschläge von Paris. Er kam bei einer Polizeiaktion in Saint-Denis am 18. November ums Leben. Bei den Anschlägen töteten die Terroristen 130 Menschen.

Muadan habe Angriffe auf den Westen geplant, sagte Warren. Er sei am 24. Dezember von der US-geführten Militärallianz getötet worden. Muadan war den Angaben zufolge im August 2013 in das Bürgerkriegsland Syrien gereist, nachdem in Frankreich ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet und er unter Kontrolle der Justiz gestellt worden sei.

Warren sagte, im Dezember seien zudem neun weitere IS-Führer bei Luftangriffen der Koalition getötet worden. "Wir schlagen der Schlange auf ihr Haupt", sagte Warren. "Aber wir haben ihr noch nicht den Kopf abgetrennt, und sie hat immer noch Giftzähne."

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Irak: Ruinen in Ramadi
Nach der Befreiung der Stadt Ramadi von der Dschihadistenmiliz IS gab es aus der US-Regierung Lob für die irakische Armee. US-Außenminister John Kerry erklärte in Washington, die Truppen hätten mit gewaltigem Mut und Tapferkeit gekämpft. "Das irakische Militär bekämpft den Feind mit Ausdauer, Geschick und Entschlossenheit."

Am Dienstag besuchte Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi erstmals wieder die Provinzhauptstadt. Abadi sei in Begleitung von hochrangigen Militärs in den Straßen des befreiten Universitätsviertels unterwegs gewesen, berichteten Nachrichtenagenturen übereinstimmend.

Der Regierungschef hatte am Montag den Sieg über den IS in der Stadt verkündet. Die militanten Islamisten hatten die rund 300.000 Einwohner zählende Provinzhauptstadt im Mai überrannt, obwohl sie zahlenmäßig unterlegen waren. Al-Abadi kündigte an, den IS 2016 aus dem Land drängen zu wollen.

Truppen durchkämmen Ramadi

Zunächst einmal müssen die irakischen Truppen aber Ramadi vollständig unter ihre Kontrolle bringen. "Das Militär führt Säuberungsaktionen in Ramadi durch und wird in neue Gebiete vorrücken, um sie zu von den Terroristen zu befreien", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag der dpa.

Viele Dschihadisten seien wahrscheinlich bereits in Richtung der Extremisten-Hochburg Falludscha, die etwa 50 Kilometer östlich von Ramadi auf halber Strecke nach Bagdad liegt, geflohen. In Ramadi seien noch Sprengfallen der Dschihadisten zurückgeblieben, die entschärft werden müssten.

Danach wird erwartet, dass gut ausgebildete Anti-Terror-Einheiten der irakischen Armee sich Falludscha zuwenden. Hauptziel bleibt aber die Provinzhauptstadt Mossul, die größte noch verbliebene IS-Hochburg im Irak.

Am Tag nach dem Hissen der irakischen Fahne über dem Regierungsviertel offenbarte sich das ganze Ausmaß des wochenlangen Häuserkampfes in Ramadi. 80 Prozent der Stadt seien zerstört, sagte ein Mitglied des Rates der betroffenen Provinz Al-Anbar. Nach Worten des Gouverneurs von Al-Anbar, Soheib Alrawi, sollen geflohene Bewohner aber bereits in den kommenden Tagen in die Stadt zurückkehren. Bei den Gefechten um Ramadi im Mai wurden Hunderttausende Iraker vertrieben.

phw/dpa/Reuters/AFP

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