Kaduna - Eine islamistische Splittergruppe hat am Samstag behauptet, sieben ausländische Geiseln getötet zu haben, die im Februar im Norden Nigerias entführt worden waren. Die Extremisten der Terrorgruppe Ansaru hatten einen Briten, einen Italiener, einen Griechen und vier Libanesen in ihre Gewalt gebracht, die für ein Bauunternehmen arbeiteten.
Im Internet präsentierten die Extremisten Standbilder aus Videos, die einen bewaffneten Mann zeigen, der über am Boden liegenden Körpern steht. In einer Botschaft sagte die Gruppe, sie hätten sich entschieden, die Geiseln zu töten, weil Großbritannien und Nigeria entgegen den Forderungen der Entführer versucht hätten, die Geiseln zu befreien. Die Terroristen hätten britische Kampfflugzeuge in der Region Bauchi im Norden Nigerias gesehen.
Am Sonntag stand noch nicht fest, ob die Behauptung der Terroristen zutrifft, sie hätten die Geiseln getötet. Vertreter Großbritanniens weigerten sich am Samstag, die Geschehnisse in Nigeria zu kommentieren. Auch das nigerianische Militär gab keinen Kommentar ab. Die Extremisten kündigten an, Videos der Hinrichtungen im Internet zu veröffentlichen.
Die Terrorgruppe hatte in einer früheren Mitteilung die Verantwortung für die Entführung am 16. Februar übernommen. Zunächst hatten die Extremisten ein Gefängnis angegriffen und Polizeifahrzeuge angezündet. Anschließend sprengten sie ein Loch in den Zaun der Baufirma, ein Wachmann wurde bei dem Überfall getötet, die sieben Geiseln entführt. Die Terroristen ließen nigerianische Angestellte unverletzt zurück, was Zeugen als Hinweis werteten, dass die Extremisten gut organisiert waren.
Die Splittergruppe Ansaru hatte sich im Januar 2013 von der Terrorgruppe Boko Haram abgesetzt. Boko Haram wird für mindestens 792 Tötungen im Jahr 2012 verantwortlich gemacht. Die britische Regierung brachte Ansaru in Verbindung mit der Entführung zweier Europäer im Mai 2011. Die Geiseln, ein Italiener und ein Brite, waren im März 2012 bei einem Befreiungsversuch nigerianischer und britischer Streitkräfte von den Extremisten getötet worden.
dba/AP/Reuters
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