Krisenstaat: Islamisten erobern weitere Stadt in Mali

Eine Stadt nach der anderen fällt: Die Islamistenmiliz Ansar Dine hat Léré im Norden Malis eingenommen. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon rät zur Militärintervention - Al-Qaida warnt die "fremden Kreuzritter" dagegen vor einem Einschreiten.

Kämpfer der Islamistenmiliz Ansar Dine: Norden Malis unter Kontrolle Zur Großansicht
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Kämpfer der Islamistenmiliz Ansar Dine: Norden Malis unter Kontrolle

Léré - Die islamistische Rebellengruppe Ansar Dine hat eine weitere Stadt im Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht. Die Kämpfer nahmen Léré ohne größeren Widerstand ein. Die Tuareg-Rebellen kontrollierten die Stadt in der Nähe der mauretanischen Grenze bisher. Sie seien jedoch kampflos abgezogen, sagte ein Einwohner. Ein Vertreter der Sicherheitsbehörden bestätigte, dass die Islamisten sich in der Stadt befänden.

Nach dem Sturz der Zentralregierung in der Hauptstadt Bamako im März hatten die Islamistenmiliz und die Tuareg-Rebellen den gesamten Norden Malis unter ihre Kontrolle gebracht. Inzwischen vertreiben die Islamisten die Turaeg-Rebellen jedoch aus den wichtigsten Städten und rufen dort die islamische Gesetzgebung der Scharia aus.

Der Ruf nach einer Militärintervention in dem Krisenstaat wird deshalb lauter: Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat dem Sicherheitsrat einen Militäreinsatz der Afrikanischen Union gegen Extremisten in Mali empfohlen. Ban will die Aktionen aber nicht mit Geld der Uno unterstützen, sagte er am Mittwoch in New York.

Ban will der Regierung in Mali zunächst die bestehende afrikanische Uno-Truppe mit 3300 Mann zur Seite stellen. Wichtige Fragen wie Führung, Ausbildung, Ausrüstung oder Finanzierung seien aber noch nicht geklärt, sagte Ban. Der Generalsekretär wies gleichzeitig auf die Risiken des Einsatzes hin und forderte vorab einen Dialog über den politischen Wandel im Land.

Der nordafrikanische Ableger von al-Qaida, der die islamistischen Rebellen unterstützt, hat daraufhin vor einer Intervention gewarnt: Ein Sprecher des Terrornetzwerks rief die Bürger Malis zum Widerstand auf. Der Konflikt in Mali sei einer unter Muslimen und gehe "fremde Kreuzritter" nichts an, sagte er in einer Videobotschaft, die der arabische Nachrichtensender al-Dschasira verbreitete.

Die Vereinten Nationen fürchten, dass die Region zum Rückzugsgebiet für Extremisten und Kriminelle wird. Die Europäische Union plant, 200 Soldaten für die Ausbildung in das Land zu schicken. Eine Beteiligung an Kampfeinsätzen hat sie ausgeschlossen.

lat/AFP/dpa/Reuters

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1. optional
tkgdfk 29.11.2012
die Islamisten in Mali sind grössteils Söldner und werden vom Katar und Saudi Arabien finanziert. Die Waffen haben sie aus Libyen, es sind jene Waffen die Frankreich, GB und die BRD an die libyschen Rebellen geliefert haben um damit möglichst viele Zivilisten töten zu lassen.
2.
lifeguard 29.11.2012
Zitat von tkgdfkdie Islamisten in Mali sind grössteils Söldner und werden vom Katar und Saudi Arabien finanziert. Die Waffen haben sie aus Libyen, es sind jene Waffen die Frankreich, GB und die BRD an die libyschen Rebellen geliefert haben um damit möglichst viele Zivilisten töten zu lassen.
kleine info: die waffen, die sie haben kommen zwar aus libyen, aber sie wurden von tuaregsöldnern, die während des libyschen bürgerkrieges auf seiten der damaligen regierung kämpften, nach deren niederlage mitgenommen. mit diesen waffen haben sie nach jahren der ruhe den kampf gegen die eigene regierung ( gründe sind bekannt) wieder aufgenommen und sich dafür prompt die falschen verbündeten ausgesucht, von denen sie hintergangen und vertrieben wurden. im übrigen: ansar ad dine rekrutiert sich ebenfalls aus tuareg und ihr anführer ist ein oppurtunist, der sein fähnchen nach dem wind dreht. angeblich ist diese gruppierung bereit zu verhandeln, was für die andere (AQIM) nicht gilt. AQIM rekrutiert ihre leute aus dem ausland
3. nicht lernfähig.
kuac 29.11.2012
Zitat von sysopEine Stadt nach der anderen fällt: Die Islamistenmiliz Ansar Dine hat Léré im Norden Malis eingenommen. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon rät zur Militärintervention - al-Quaida warnt die "fremden Kreuzritter" dagegen vor einem Einschreiten. Islamisten von Ansar Dine erobern weitere Stadt in Mali - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/islamisten-von-ansar-dine-erobern-weitere-stadt-in-mali-a-869906.html)
Falls der Westen und die Afrikaner selbst das Problem der Fundamentalisten in Mali jetzt nicht lösen, dann enwickelt sich dort möglicherweise ein zweites AFG. Die Hauptdrahtzieher SA und Qatar sind hier bereits genannt worden. DE liefert ja gerade neue Waffen nach SA! Soll stabilität erzeugen. So dachte man auch als der Westen die Talibans aufrüstete. Sind die Politiker prinzpiell nicht lernfähig?
4. Afrikanische Union
rwk 29.11.2012
Wo ist sie? Da wurde doch grossartig von "eingreifen, nicht duldbar" usw. gesprochen. Die F-Regierung wollte da auch mitmischen. Was nun? Nichts , denn Hollande wird keine Truppen gegen die Aufrührer im Mali schicken. Er würde in Konflikt kommen mit seinen Ideen als Freund der Araber. Die Immigranten in F, stammen auch aus der Sahelzone und die, die wählen können, stimmen alle für Hollande. Also wird weiter geredet und "verwaltet" , nach bester PS-Manier.
5.
kuac 29.11.2012
Zitat von rwkWo ist sie? Da wurde doch grossartig von "eingreifen, nicht duldbar" usw. gesprochen. Die F-Regierung wollte da auch mitmischen. Was nun? Nichts , denn Hollande wird keine Truppen gegen die Aufrührer im Mali schicken. Er würde in Konflikt kommen mit seinen Ideen als Freund der Araber. Die Immigranten in F, stammen auch aus der Sahelzone und die, die wählen können, stimmen alle für Hollande. Also wird weiter geredet und "verwaltet" , nach bester PS-Manier.
Der Grund warum F nach Mali keine Soldaten schicken kann ist eine andere. Soldaten der ehemaligen Kolonialmacht sind dort nicht gerne gesehen, von allen.
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Bevölkerung: 15,370 Mio. Einwohner

Fläche: 1.240.194 km²

Hauptstadt: Bamako

Staatsoberhaupt:
Ibrahim Boubacar Keita

Regierungschef: Moussa Mara

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