Sondergipfel in Saudi-Arabien: Islamstaatenverbund empfiehlt Ausschluss Syriens

Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit reagiert auf die anhaltende Gewalt in Syrien. Auf einem Sondergipfel im saudi-arabischen Dschidda hat sich der Staatenverbund für den Ausschluss des Landes aus der Gruppe ausgesprochen. Iran lehnt den Schritt ab.

Treffen der Außenminister in Dschidda: "Syrien ist in einen dunklen Tunnel eingetreten" Zur Großansicht
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Treffen der Außenminister in Dschidda: "Syrien ist in einen dunklen Tunnel eingetreten"

Dschidda - Wegen der anhaltenden Gewalt in Syrien hat die einflussreiche Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) die Suspendierung des Landes aus dem Staatenverbund empfohlen. Darauf einigten sich Außenminister der Mitgliedsländer bei einem Sondergipfel am Montag im saudi-arabischen Dschidda.

Die Mehrheit der Teilnehmer des Vorbereitungstreffens auf Ministerebene habe einem Resolutionsentwurf zugestimmt, der am Dienstag auf dem OIC-Gipfel im saudi-arabischen Mekka vorgelegt werden solle, sagte OIC-Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu am Montagabend vor Journalisten in Dschidda.

"Syrien ist in einen dunklen Tunnel eingetreten", sagte Ihsanoglu zu Beginn des Treffens der Außenminister der OIC-Staaten. Die anhaltende brutale Gewalt in Syrien sei die Folge davon, dass Staatschef Baschar al-Assad die Forderungen seines Volkes ignoriert habe.

Iran lehnt Ausschluss Syriens ab

Bei dem Treffen der OIC-Länder kam es offenbar zu einem Streit um den Ausschluss Syriens aus dem Verbund: Der Mitgliedstaat Iran, ein Verbündeter der syrischen Regierung, sprach sich gegen den Schritt aus. Mit dem Ausschluss würden die Probleme nicht gelöst, sagte Außenminister Ali Akbar Salehi bei einem Treffen mit Amtskollegen in Dschidda.

Mit dem Widerspruch zeichnet sich ein Streit zwischen dem schiitisch geprägten Iran und sunnitischen Staaten ab. In Syrien stellen zwar Sunniten die Bevölkerungsmehrheit. Der Staat wird aber vor allem von Alawiten geführt, denen auch Präsident Baschar al-Assad angehört. Die Glaubensrichtung ging aus dem Schiitentum hervor. Deswegen sind die Beziehungen zu Iran traditionell eng.

Im saudi-arabischen Mekka beraten am Dienstag die Staats- und Regierungschefs der OIC-Mitgliedstaaten unter anderem über die Krise in Syrien. Das OIC-Mitglied Syrien ist zu dem Treffen nicht eingeladen.

Die OIC (Organisation of Islamic Cooperation) mit Sitz in Saudi-Arabien vertritt muslimische Interessen in der Welt. Ihr gehören 56 Staaten und die palästinensische Autonomiebehörde an. Der Staatenverbund hatte bereits Ende Juni empfohlen, Syriens Mitgliedschaft auszusetzen, berichtete der Sender al-Dschasira auf seiner Website.

bos/Reuters/AFP

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Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Wail al-Halki

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