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Antrag zurückgezogen: Island will nicht mehr in die EU

Konferenzzentrum Harpa in Reykjavík: Wahrzeichen der isländischen Hauptstadt Zur Großansicht
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Konferenzzentrum Harpa in Reykjavík: Wahrzeichen der isländischen Hauptstadt

Island in der EU? Nein, danke, sagt die Mitte-Rechts-Regierung in Reykjavík. Sie hat ihren Antrag auf einen Beitritt zurückgezogen - zum Ärger einiger Bürger.

Reykjavík - Die Europäische Union steckt in der Krise - jetzt hat die Regierung in Island Konsequenzen gezogen. Sie nahm ihren Antrag auf einen Beitritt zur Europäischen Union zurück. Dies habe die Regierung der lettischen EU-Ratspräsidentschaft mitgeteilt, erklärte das Außenministerium in Reykjavík. Sie löste damit ein Versprechen aus dem Wahlkampf vor zwei Jahren ein. In der Hauptstadt gab es erste Proteste gegen die Entscheidung.

Der Inselstaat mit seinen 325.000 Einwohnern war 2008 durch den Kollaps dreier Banken von der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise erfasst worden. Danach wuchs der Wunsch der Bürger nach einem EU-Beitritt. 2009 wurden Verhandlungen über eine Mitgliedschaft aufgenommen.

Seit April 2013 lagen sie aber still. Denn mit der Wahl der EU-skeptischen Mitte-Rechts-Regierung sank auch in der Bevölkerung die Unterstützung für einen Beitritt. Ende Februar entschied die Regierung des Inselstaats mehrheitlich, die Gespräche auszusetzen - ohne das Volk zuvor nach seiner Meinung zu fragen. Die regierende Fortschrittspartei und ihre ebenfalls euroskeptischen Koalitionspartner der Unabhängigkeitspartei einigten sich auf das Gesetzesvorhaben, mit dem die 2010 eingereichte Kandidatur wieder zurückgezogen wurde.

Jüngsten Umfragen zufolge haben sich mehr als die Hälfte der Isländer dafür ausgesprochen, die Gespräche mit der Europäischen Union fortzusetzen, meldete das Magazin "Iceland Review" im Februar.

Zwar ist Island Teil des Schengen-Raums ohne Passkontrollen und profitiert auch vom freien Warenverkehr innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums. Bei der Fischereipolitik liegt die Walfangnation aber über Kreuz mit Brüssel, das mehr Zugeständnisse an den Tier- und Umweltschutz fordert. Die isländischen Befürworter eines EU-Beitritts führen vor allem als Argument an, dass ihr kleines Land mittelfristig den Euro einführen und so an wirtschaftlicher Stabilität gewinnen könnte.

heb/dpa/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 127 Beiträge
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1. Gratulation
swizzserb 13.03.2015
Ich als Anhänger freier europäischer Nationen und Völker, finde diese Entwicklung positiv. Hoffentlich treten einige andere Länder aus der EU aus. Dann implodiert die EU und die Geschichte wird neu geschrieben ohne dieses Unterdrückerkonstrukt.
2. kluge weitsichtige entscheidung
rudolfo.karl.von.wetterst 13.03.2015
... mit der eu kommen die schulden, die bürokratie, unsinnige gesetze, migranten... und zerstören dieses paradies
3. Glückwunsch!
rosaberg 13.03.2015
Eine sehr kluge Entscheidung.
4. Seid froh, liebe Isländer!
Ex-Kölner 13.03.2015
Die EU, wie wir sie kennen, ist eine nicht lebensfähige Mißgeburt. Und wie's scheint, findet sich niemand, der ernsthaft Reformen dieses Murks anpackt.
5. vernünftige Entscheidung !
ecbert 13.03.2015
Wer ist auch schon so dämlich ohne Not einer Haftungsgemeinschaft wie der EU beizutreten ? Wir sollten uns auch schnellstens aus dieser EU verabschieden und wieder unserer geliebte und starke DM einführen !
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Fläche: 103.000 km²

Bevölkerung: 332.491 Einwohner

Hauptstadt: Reykjavík

Staatsoberhaupt:
Ólafur Ragnar Grímsson

Regierungschef: Sigurður Ingi Jóhannsson

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