Knesset-Abgeordneter "Israelischer Trump" beleidigt Palästinenser im Bus

"Dein Sohn ist ein Hund": Der israelische Abgeordnete Oren Hazan hat in einem Bus mehrere Palästinenser übel beschimpft. Sie waren auf dem Weg zu ihren inhaftierten Angehörigen.

Oren Hazan
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Oren Hazan


Er bezeichnet sich selbst als "israelischen Trump", seit er im Mai ein Selfie mit dem US-Präsidenten gemacht hat. Oren Hazan ist ein israelischer Abgeordneter, der immer wieder mit Provokationen auf sich aufmerksam macht.

Nun hat der Likud-Abgeordnete einen so beleidigenden Auftritt vor einer Gruppe Palästinenser hingelegt, dass er vorläufig unter besonderen Schutz gestellt wird. Das hat das israelische Parlament laut einem Sprecher entschieden.

Hazan war zuvor in Begleitung rechtsradikaler Anhänger in einen Bus mit Palästinensern gestiegen, die in Israel inhaftierte Angehörige besuchen wollten, und hatte sie vor laufender Kamera beschimpft. Zunächst forderte Hazan alle Businsassen auf, "Terroranschläge gegen Israel" zu verurteilen. "Dein Sohn ist ein Hund", sagte er einer Palästinenserin, anderen rief er zu, ihre Verwandten gehörten "unter die Erde".

Mit seiner Aktion wollte Hazan nach eigenen Angaben auf den Umstand aufmerksam machen, dass palästinensische Häftlinge in Israel Besuch empfangen dürfen, während die radikalislamische Hamas im Gazastreifen drei israelische Zivilisten sowie die Leichen von zwei Soldaten festhalten soll.

Vorwurf der Zuhälterei und des Drogenkonsums

Die Bilder seines Auftritts verbreiteten sich schnell in den Medien und sozialen Netzwerken. Sie veranlassten den Sprecher des bewaffneten Hamas-Arms, Abu Obeida, zu einer Erklärung: Er rief die israelischen Behörden auf, das Problem "mit Mut und ohne Einschüchterung von Frauen zu lösen", statt "einen Idioten kindische Handlungen" ausführen zu lassen.

Hazan ist für seine verbalen Ausfälle und kontroversen Aktionen berüchtigt. Im August musste Ministerpräsident Benjamin Netanyahu persönlich einschreiten, um zu verhindern, dass Hazan und ein jordanischer Abgeordneter einen diplomatischen Streit beinahe mit den Fäusten austrugen. 2015 wurde er von seinem Amt als stellvertretender Parlamentspräsident suspendiert, nachdem er in einer Fernsehreportage der Zuhälterei und des Drogenkonsums beschuldigt worden war.

cte/AFP



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