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Grenze zum Libanon: Mehrere Tote bei Hisbollah-Angriff auf israelischen Armeekonvoi

Hisbollah-Angriff auf Israel: Gefechte im Grenzgebiet Fotos
REUTERS

Der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah droht erneut zu eskalieren: Die libanesische Miliz hat einen Armeekonvoi angegriffen und mindestens zwei Soldaten getötet. Bei israelischen Luftschlägen im Südlibanon kam ein Uno-Soldat ums Leben.

Tel Aviv - Eine israelische Armeepatrouille ist an der Grenze zum Libanon angegriffen worden. Die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz hat die Verantwortung für den Anschlag übernommen. Der Überfall sei die Vergeltung für einen israelischen Angriff in Syrien, bei dem in der vergangenen Woche mehrere Hisbollah-Kommandeure getötet wurden. Die Mitteilung trägt den Titel "Kommuniqué Nummer 1" - offenbar rechnet die Miliz damit, dass der Angriff den Beginn eines längeren bewaffneten Konflikts mit Israel bildet.

Das israelische Militär teilte mit, dass ein Fahrzeug mit einer Panzerabwehrrakete beschossen worden sei. Dabei seien zwei Soldaten getötet und acht weitere verletzt worden, teilte die Armeeführung mit.

Israels Armee forderte die Anwohner im Grenzgebiet auf, in ihren Häusern zu bleiben. In beiden Ländern wurden Schulen im Grenzgebiet evakuiert. In dem Dorf Ghajar schlug eine Rakete ein, die vom Libanon aus abgefeuert worden war. Ein Haus geriet in Brand. Der Flughafen der nordisraelischen Stadt Haifa wurde geschlossen.

Als erste Reaktion feuerte Israel mehrere Granaten auf den Südlibanon ab. Bei dem Beschuss wurde ein spanischer Soldat der Unifil-Mission getötet. Das sagte ein Unifil-Sprecher der libanesischen Zeitung "Daily Star". Auch Uno-Sprecherin Andrea Tenenti bestätigte ein Opfer. Die Blauhelme sollen den Waffenstillstand zwischen Israel und der Hisbollah überwachen.

Die Armee kündigte weitere Schritte an: "Das ist nicht unsere letzte Antwort", sagte ein Sprecher des israelischen Militärs. Auch die Hisbollah feuert weiterhin Granaten auf Nordisrael ab.

Der Vorfall ereignete sich auf dem Gebiet der sogenannten Schebaa-Farmen, die von Israel besetzt sind. Libanon beansprucht das Gebiet für sich, Israel behauptet, das Gelände habe einst zu Syrien gehört und könne erst nach einem Friedensschluss mit Damaskus zurückgegeben werden.

Das Gebiet auf libanesischer Seite wird von der Hisbollah-Miliz kontrolliert, die 2006 bei einem ähnlichen Anschlag zwei israelische Soldaten verschleppt hatte. Nach der Entführung lieferten sich Israel und die Hisbollah einen wochenlangen Krieg, bei dem mehr als tausend Menschen getötet wurden.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu warnte in einer ersten Stellungnahme die Hisbollah vor weiteren Angriffen. "Schaut, was im Sommer mit Gaza passiert ist", sagte der Regierungschef.

Am Mittwoch hatte das israelische Militär angefangen, im Grenzgebiet nach möglichen Hisbollah-Tunneln zu suchen. Während des Gaza-Krieges waren mehrfach Hamas-Kämpfer durch unterirdische Gänge nach Israel eingedrungen und hatten Armeeposten angegriffen. Ähnliche Anschläge fürchtet Israel auch von der Hisbollah entlang der libanesischen Grenze.

syd/Reuters

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Knackpunkte der Nahost-Gespräche
Sicherheit
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Israel betont, es werde keinen Palästinenserstaat geben, solange die Sicherheit des jüdischen Staates nicht garantiert sei. Obwohl es in den vergangenen Jahren kaum noch Selbstmordanschläge palästinensischer Terroristen gibt, fühlen sich die Israelis bedroht.

Die israelischen Grenzstädte werden immer wieder von Raketen der radikalislamischen Hamas beschossen. Schlagen diese Geschosse auf israelischer Seite ein, kommt es regelmäßig zu Vergeltungsschlägen auf palästinensischem Gebiet. Die Palästinenser machen ihrerseits Angriffe durch das israelische Militär geltend.

Flüchtlinge
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Als Folge der Kriege 1948/49 und 1967 gibt es in den palästinensischen Gebieten und Israels Nachbarländern 4,8 Millionen registrierte palästinensische Flüchtlinge und ihre Nachkommen.

Die Flüchtlinge beharren auf das Recht, in ihre Heimat im heutigen Israel zurückkehren zu dürfen, Israel verneint dieses Recht und will den Verzicht auf eine Rückkehr in einem Friedensvertrag festschreiben.

Grenzen
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Nach dem Willen der Palästinenser soll ihr Staat die 1967 von Israel besetzten Gebiete Westjordanland, Gaza und Ost-Jerusalem umfassen. Israel beansprucht jedoch Teile dieses Territoriums – entgegen internationalem Recht – für sich. Israel hatte den Gaza-Streifen 2005 zwar geräumt, sein Embargo seit der Machtübernahme der Hamas 2007 aber verschärft.

Israel will zudem an Teilen des Westjordanlands festhalten. Dort gibt es rund 120 jüdische Siedlungen mit etwa 300.000 Israelis. In Ost-Jerusalem leben nach Angaben israelischer Menschenrechtler weitere 200.000. Nach internationalem Recht sind diese Siedlungen auf besetztem palästinensischen Gebiet illegal und müssen geräumt werden.

Jerusalem
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Der künftige Status der Stadt mit heiligen Stätten von Juden, Muslimen und Christen ist besonders umstritten. Israel beharrt auf dem ungeteilten Jerusalem als Hauptstadt. Die Palästinenser beanspruchen den Ostteil als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Im Jahr 2000 scheiterte der Nahost-Gipfel an der Jerusalemfrage.
Golan
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Syrien dringt darauf, dass die 1967 besetzten Golanhöhen im Rahmen einer Friedenslösung zurückgegeben werden. Von der 1150 Quadratkilometer großen Hochebene hat Israels Armee einen guten Blick nach Syrien und in den Libanon. Umgekehrt könnten die Syrer vom Golan aus große Teile Israels überwachen. Heute leben in dem Gebiet neben rund 20.000 Syrern auch etwa 20.000 jüdische Einwohner.
Scheba-Farmen
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Das 30 Quadratkilometer kleine Gebiet an der Grenze von Syrien, Libanon und Israel ist seit langem umstritten. Die Vereinten Nationen und die USA sind der Ansicht, dass das Territorium als Teil der Golanhöhen zu Syrien gehört. Der Libanon und Syrien haben ihre Ansprüche bislang nicht eindeutig formuliert und wollen den Grenzdisput nach einem israelischen Rückzug klären.
Wasser
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Schon vor 20 Jahren wurde vor einem drohenden Nahost-Krieg um Wasserquellen gewarnt. Wegen des Bevölkerungswachstums und der oft rücksichtslosen Ausbeutung der Ressourcen werden die Süßwasservorräte immer knapper. Amnesty International wirft Israel vor, Palästinenser bei der Nutzung der gemeinsamen Ressourcen zu benachteiligen, was die Regierung zurückweist. Die Kontrolle des von Israel genutzten Wassers ist auch ein Streitpunkt im Ringen um die künftige israelisch-syrische Grenze auf den Golanhöhen.

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