Jerusalem - Zwei Wochen nach seinem Rücktritt hat die israelische Staatsanwaltschaft Anklage gegen den früheren Außenminister Avigdor Lieberman erhoben. Ihm werde Betrug und Vertrauensbruch vorgeworfen, teilte das Justizministerium am Sonntag in Jerusalem mit. Der Anklageschrift zufolge soll er einen früheren Botschafter bevorzugt haben.
Liebermann war wegen der Vorwürfe Mitte des Monats zurückgetreten. Gegen den einflussreichen Politiker wird seit Jahren wegen einer ganzen Reihe von Anschuldigungen ermittelt. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt den 54-Jährigen unter anderem, illegal Geld von Unternehmern erhalten und es mit Hilfe von Briefkastenfirmen gewaschen zu haben.
Bei der bevorstehenden Parlamentswahl am 22. Januar will Lieberman ungeachtet der Anklage antreten. Allerdings könnte der Ärger mit der Justiz seine Chancen auf einen Ministerposten in der künftigen Regierung schmälern. Liebermans ultrakonservative Partei Israel Beitenu tritt bei der Wahl gemeinsam mit der Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an.
Am Tag seines Rücktritts erklärte Liebermann in einer Stellungnahme: "Obwohl ich weiß, dass ich kein Verbrechen begangen habe, werde ich mich von meinen Posten zurückziehen." Zuvor hatte die linksliberale Merez-Partei beim Obersten Gericht eine Klage auf Entlassung von Lieberman eingereicht.
cib/dapd
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Avigdor Lieberman | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH