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Israel: Feuer in christlicher Kirche - möglicherweise Anschlag

Brotvermehrungskirche in Tabgha: Atrium vollständig zerstört Zur Großansicht
AFP

Brotvermehrungskirche in Tabgha: Atrium vollständig zerstört

In der sogenannten Brotvermehrungskirche in Tabgha im Norden Israels ist ein Feuer ausgebrochen. Ob es sich um einen Brandanschlag auf den christlichen Wallfahrtsort handelt, ist noch unklar.

Die römisch-katholische Brotvermehrungskirche bei Tabgha ist in der Nacht zu Donnerstag stark beschädigt worden. Dabei handelt es sich um einen berühmten christlichen Wallfahrtsort am See Genezareth. Feuerwehrleute hätten ab dem frühen Morgen daran gearbeitet, die Flammen zu löschen, berichteten israelische Medien. Der Boden des Unglücksorts war zentimeterhoch von Asche bedeckt, wie von der Polizei veröffentlichte Bilder zeigten. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand.

Es ist noch unklar, ob es sich um einen Anschlag von fanatischen jüdischen Siedlern handelt. "An der Kirche brach in der Nacht ein Feuer aus", teilte die Polizei mit. "Auf den Wänden haben wir danach Schmähparolen auf Hebräisch gefunden."

Der deutsche Pater Matthias vom Benediktinerorden, der die Stätte verwaltet, sagte, der Brand habe ein angebautes Atrium vollständig zerstört. Auch ein Säulengang wurde demnach stark beschädigt. "Der Kirche selbst ist Gottseidank nichts passiert", sagte der Benediktermönch.

Die Brotvermehrungskirche gilt gläubigen Christen als der Ort, an dem Jesus Christus bei der Speisung der Fünftausend eines seiner größten Wunder vollbrachte, indem er fünf Brotlaibe und zwei Fische vermehrte.

Lokale Medien berichteten, in den hinterlassenen Parolen würden "Heiden" geschmäht. Auch werde zur "Zerstörung von Götzen" aufgerufen, wobei es sich um eine Zeile aus einem Gebet handele, das Juden morgens und Abend an Gott richten.

In den vergangenen vier Jahren gab es in Israel und im besetzten Westjordanland häufig Anschläge auf christliche und muslimische Gotteshäuser, wobei die hinterlassenen Parolen auf Taten jüdischer Fanatiker und extremistischer Siedler hinwiesen. Die Aufklärungsquote ist sehr gering.

als/dpa/AFP

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