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Nahost-Konflikt: Israelischer Bürgermeister verbannt arabische Bauarbeiter

Israelischer Grenzsoldat, palästinensische Arbeiter: "Rassistisch und unmoralisch" Zur Großansicht
AP/dpa

Israelischer Grenzsoldat, palästinensische Arbeiter: "Rassistisch und unmoralisch"

Diese Maßnahme geht selbst Hardlinern zu weit: Der Bürgermeister der israelischen Großstadt Ashkelon verwehrt arabischen Arbeitern den Zugang zu Baustellen. Regierungsmitglieder sind entsetzt.

Ashkelon - Die Nerven liegen blank in Israel, das zeigt nicht nur die Maßnahme der israelischen Regierung, den Bürgern den Zugang zu Waffen zu erleichtern. In der Großstadt Ashkelon hat der örtliche Bürgermeister, Itamar Shimoni, für große Empörung gesorgt: Er verbannte alle arabischen Bauarbeiter, die auf Grundschulen im Einsatz sind - auf unbestimmte Zeit. "Alle Baustellen, auf denen arabische Arbeiter derzeit Schutzräume für Schulen errichten, werden stillgelegt", sagte Shimoni.

Für diese Maßnahme muss er nun reichlich Kritik einstecken - auch von Regierungsmitgliedern. Innenminister Gilad Erdan sagte: "Bei allem Verständnis für die aktuelle Besorgnis der Bürger darf diese nicht auf eine ganze Bevölkerungsgruppe zurückfallen."

Im Armeeradio griff Wissenschaftsminister Yaakov Perry Bürgermeister Shimoni scharf an: Der Versuch, die Beschäftigung von israelischen Arabern zu behindern "nur weil sie Araber sind, ist nicht nur rassistisch und unmoralisch, sondern auch gesetzeswidrig". Die Vorsitzende des Elternrates von Ashkelon, Avivit Simani, kritisierte die Maßnahmen ebenfalls als "populistisch motiviert".

Die 110.000 Einwohner zählende Hafenstadt Ashkelon liegt nördlich des Gaza-Streifens und wurde im Sommer massiv mit Raketen und Granaten beschossen, deshalb werden dort zahlreiche Bunkeranlagen errichtet. Obwohl die Stationierung von Sicherheitskräften Aufgabe der Regierung sei, habe er auf Drängen der Eltern angeordnet, ab sofort "bewaffnete Wachleute an allen Grundschulen zu postieren, in deren Nachbarschaft Baustellen mit arabischen Arbeitern liegen", so Shimoni.

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hat sich in den vergangenen Wochen verschärft: Bei dem schweren Anschlag in der Synagoge in Jerusalem waren am Dienstag vier jüdische Gläubige beim Gebet getötet worden. Ein Polizist starb später an seinen Verletzungen, die er sich bei dem Einsatz zugezogen hatte. Im Oktober griff ein Mann zudem eine Gruppe von Passanten an und tötete dabei zwei Menschen.

bka/AFP

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Anschlag auf Synagoge: Trauer in Jerusalem, Jubel in Gaza

Fläche: 22.072 km²

Bevölkerung: 8,358 Mio.

Regierungssitz: Jerusalem

Staatsoberhaupt:
Reuven Rivlin

Regierungschef: Benjamin Netanjahu

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