Wegen Hisbollah Israel baut Grenzanlage zum Libanon aus

Vorbild Gazastreifen: Zum Schutz vor Angriffen der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah baut Israel an der Nordgrenze zum Libanon eine Sperranlage.

Israelisch-libanesische Grenze
AFP

Israelisch-libanesische Grenze


Eine sieben Meter hohe Betonmauer, auf der zwei Meter Zaun mit Stacheldraht stehen, soll über die 130 Kilometer lange Grenze zwischen Israel und Libanon gebaut werden. Damit will sich der israelische Staat vor Attacken durch die schiitische Hisbolla-Miliz schützen.

Die Hisbollah habe immer wieder mit Angriffen auf Israelis gedroht, begründete ein israelischer Offizier diesen Schritt. Nach Angaben der israelischen Armee verfügt die Hisbollah aktuell mit rund 120.000 Raketen über fast doppelt so viele Raketen wie zur Zeit des Libanonkriegs 2006. Damit könne die Hisbollah Ziele in fast ganz Israel angreifen.

Um sich davor zu schützen, sind nach Angaben der Armee bereits elf Kilometer der Sperranlage gebaut. In den kommenden beiden Jahren sollen weitere Baumaßnahmen erfolgen. Das Projekt soll umgerechnet rund 406 Millionen Euro kosten.

Zum Schutz vor militanten Palästinensern baut Israel zurzeit außerdem eine kilometerlange Untergrundmauer an der Grenze zum Gazastreifen. Damit soll verhindert werden, dass Mitglieder der Hamas oder anderer radikaler Gruppen Tunnel nach Israel graben können. Bereits 2002 hatte Israel nach schweren Anschlägen mit dem Bau einer Sperranlage zum Westjordanland begonnen und wurde dafür kritisiert, weil die Anlage an vielen Stellen weit in das von Israel besetzte Palästinensergebiet hineinreicht.

mal/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.