Am Gazastreifen Israel beginnt mit Bau von Seesperre

Verteidigungsminister Avigdor Lieberman verspricht ein "weltweit einzigartiges Hindernis": Eine neue Sperre aus Steinen und Zäunen soll Israels Seeblockade gegenüber dem Gazastreifen absichern.

Avigdor Lieberman
REUTERS

Avigdor Lieberman


Israel will auch im Meer eine Sperranlage zum Gazastreifen bauen. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman teilte am Sonntag mit, der Bau eines "weltweit einzigartigen Hindernisses" habe begonnen. Die Anlage solle verhindern, dass militante Palästinenser aus dem Gazastreifen auf dem Seeweg nach Israel eindringen. Die Bauarbeiten hätten am Zikim-Strand am Rande des Gazastreifens begonnen.

Nach Angaben seines Büros handelt es sich um eine Art Wellenbrecher, der bis Jahresende fertig gebaut sein soll. Die Anlage solle undurchdringbar sein und aus drei Stufen bestehen. Ein Teil liege unter der Wasseroberfläche. Die Sperre bestehe aus Stein und Zäunen. Auf Twitter teilte Lieberman entsprechende Fotos:

Während des Gazakriegs 2014 sei es militanten Palästinensern gelungen, auf dem Seeweg nach Israel zu gelangen, hieß es in der Mitteilung. Dies solle die neue Anlage in Zukunft unmöglich machen. Die im Gazastreifen herrschende Hamas verliere damit eine weitere strategische Fähigkeit, sagte Lieberman.

Schiff aus Gaza soll Seeblockade durchbrechen

Israel und Ägypten halten den Gazastreifen seit mehr als einem Jahrzehnt aus Sicherheitsgründen unter Blockade. Die Lebensbedingungen in dem schmalen Küstenstreifen mit rund zwei Millionen Einwohnern sind sehr schlecht. Israel hat auch eine Seeblockade verhängt.

Die Spannungen an den Grenzen sind seit dem 30. März stark gestiegen. An diesem Tag begannen die Palästinenser Proteste, bekannt unter dem Namen "Marsch der Rückkehr". Sie fordern Zugang in das heutige israelische Staatsgebiet, das von ihnen beansprucht wird. Israel lehnt diesen Anspruch ab.

Die Organisatoren der Proteste im Gazastreifen kündigten am Sonntag eine Aktion auf dem Meer an. Am Dienstag solle von Gaza aus ein Schiff in See stechen, um die Blockade des Palästinensergebiets zu brechen. Gaza sei heute "das größte Gefängnis der Welt". Die Aktion erfolge acht Jahre nach der Erstürmung des Gaza-Solidaritätsschiffs "Mavi Marmara" durch die israelische Marine. Dabei wurden zehn türkische Staatsbürger getötet.

gru/dpa



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