Israel Netanyahu-Sohn plaudert heiklen Deal aus

"Mein Vater hat deinem Vater 20 Milliarden Dollar organisiert": Der Sohn von Israels Premier Netanyahu hat sich betrunken verplappert - und ein brisantes Geschäft verraten.

Benjamin und Sara Netanyahu mit ihrem Sohn Jair im Urlaub (Archivbild vom April 2015)
REUTERS/ GPO/ Handout

Benjamin und Sara Netanyahu mit ihrem Sohn Jair im Urlaub (Archivbild vom April 2015)


Eine Audio-Aufnahme mit peinlichen Äußerungen des Sohns von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sorgt in Israel für Aufregung. Der 26-jährige Jair Netanyahu ist darin bei einem Gespräch mit Freunden vor einem Stripklub in Tel Aviv zu hören, offenbar angetrunken.

Er sagte dem Sohn Kobi Maimons, einem Besitzer von Gasfeldern vor Israels Küste, unter anderem: "Mein Vater hat deinem Vater 20 Milliarden Dollar organisiert." Deshalb solle Maimons nicht so geizig sein und ihm Geld leihen.

Netanyahu hatte 2015 gegen den Widerstand des Kartellamts einen umstrittenen Erdgas-Deal durchgesetzt. Jair Netanyahu sagte bei dem Gespräch mit seinen Freunden auch, er habe 400 Schekel (umgerechnet knapp 100 Euro) für eine Prostituierte ausgegeben.

Das israelische Fernsehen veröffentlichte die Aufnahme aus dem Jahre 2015 am Montagabend. Der 26-jährige Jair Netanyahu hat sich mittlerweile für seine Aussagen entschuldigt. Der Nachrichtenseite "ynet" sagte er, er habe unter Alkoholeinfluss "Unsinn erzählt" und sich herablassend über Frauen geäußert. Das tue ihm leid. "Die Äußerungen spiegeln nicht wider, wer ich bin, die Werte meiner Erziehung, und woran ich glaube." Über den Gas-Deal habe er nur gewitzelt, er habe nicht die Details gekannt.

Jair Netanyahu ist schon öfter negativ aufgefallen

Oppositionspolitiker sagten, die neue Aufnahme schüre den Verdacht auf mögliche Korruption beim Abschluss des Gas-Deals und forderten eine Untersuchung. Die israelische Polizei ermittelt bereits gegen Netanyahu wegen Korruptionsvorwürfen in zwei Fällen.

Jair Netanyahu war in der Vergangenheit schon mehrmals negativ aufgefallen. Er befindet sich in einem Rechtsstreit mit einer linksorientierten Organisation, die er im Internet als radikal und antizionistisch angegriffen hatte.

Es gibt auch immer wieder Kritik daran, dass Jair Netanyahu auf Kosten der Steuerzahler mit Personenschützer und Fahrer unterwegs ist.

cte/dpa



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