Attentat auf den Golanhöhen Israel fliegt erstmals Vergeltungsschlag gegen Syrien

Israels Luftwaffe hat in der Nacht zum ersten Mal Einrichtungen der syrischen Armee auf dem Golan angegriffen. Bombardiert wurden ein Ausbildungslager, Hauptquartiere und Artilleriestellungen - es waren Vergeltungsschläge für ein Bombenattentat.

Ein verwundeter israelischer Soldat wird nach Haifa gebracht: Vergeltungsangriffe auf dem Golan
AP/dpa

Ein verwundeter israelischer Soldat wird nach Haifa gebracht: Vergeltungsangriffe auf dem Golan


Tel Aviv/Damaskus - Die israelische Armee hat erstmals Vergeltungsangriffe auf Stellungen des syrischen Militärs geflogen. Ziele der Bombardierungen seien ein Trainingslager, Hauptquartiere sowie Artilleriestellungen auf dem vom Nachbarland kontrollierten Teil des Golan gewesen, teilte die israelische Armee in Tel Aviv am Mittwoch mit.

Ein Kampfflugzeug sei im Einsatz gewesen, teilte Israels Militärsprecher bei Twitter mit. Die angegriffenen Einrichtungen seien an der Durchführung des Anschlags am Vortag beteiligt gewesen. Ein am Straßenrand versteckter Sprengsatz war den Angaben zufolge am Dienstag explodiert. Dabei seien vier Soldaten, darunter ein Offizier, verletzt worden, hieß es in einer Mitteilung von Israels Militär. Sie wurden nach Haifa zur Behandlung gebracht.

Auf den Golanhöhen ist es während des Bürgerkriegs in Syrien bereits mehrmals zu militärischen Zwischenfällen gekommen. Seit 2012 sind israelische Soldaten wiederholt aus Syrien unter Beschuss geraten. Meist hatte es sich jedoch nicht um gezielte Angriffe gehandelt, sondern um Folgen der Kämpfe in Syrien.

In einigen Fällen hatte Israel zurückgeschossen, bisher jedoch nicht die Luftwaffe in der Golanregion eingesetzt. Am Vortag hatte bereits israelische Artillerie Stellungen des syrischen Militärs beschossen.

Israel hatte die syrischen Golanhöhen 1967 erobert und später annektiert. Syrien fordert das Gebiet zurück.

heb/dpa/AFP



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