Bei Verstoß gegen Atomabkommen Israel droht Iran mit Luftschlägen

Israel hält sich die Option einer Bombardierung Irans offen - sollte Teheran den ausgehandelten Atomdeal brechen. Das stellt Verteidigungsminister Moshe Ya'alon im Gespräch mit dem SPIEGEL klar.

Israelischer Minister Moshe Ya'alon: Luftschläge möglich, sollte Iran das Atomabkommen verletzen
AFP

Israelischer Minister Moshe Ya'alon: Luftschläge möglich, sollte Iran das Atomabkommen verletzen


Der israelische Verteidigungsminister Moshe Ya'alon hat Iran mit Luftschlägen gedroht, sollte das Regime in Teheran das ausgehandelte Atomabkommen verletzen. "Wir können unter keinen Umständen ein Iran mit Nuklearwaffen tolerieren", sagte Minister Ya'alon im Interview mit dem SPIEGEL.

"Am Ende ist es ganz einfach: Auf die eine oder andere Art sollten Irans nukleare Ambitionen gestoppt werden. Wir bevorzugen, dass dies durch ein Abkommen oder Sanktionen erreicht wird. Aber am Ende sollte Israel in der Lage sein, sich selbst zu verteidigen." Sollte Iran sich nicht an das Abkommen halten, müsse Israel auch über Luftschläge nachdenken, sagte er im Gespräch mit dem SPIEGEL.

Im Juli war es im jahrelangen Streit um Irans Atomprogramm zu einer Einigung zwischen der iranischen Regierung und den fünf ständigen Mitgliedstaaten des Uno-Sicherheitsrats sowie Deutschland gekommen. Irans Regierung hat sich verpflichtet, ihr Atomprogramm für die nächsten 15 Jahre zu beschränken und Kontrollen zuzulassen. Im Gegenzug sollen schrittweise internationale Sanktionen gegen das Land aufgehoben werden.

Auf die Frage, ob es auch nach dem Nukleardeal Anschläge auf iranische Wissenschaftler sowie Sabotage iranischer Computernetze geben werde, sagte Ya'alon: "Wir sollten bereit sein, uns zu verteidigen. Ich bin nicht für das Leben iranischer Wissenschaftler verantwortlich." Zugleich kritisierte der Minister das Abkommen als "historischen Fehler".

Zwischen 2010 und 2012 wurden mindestens fünf iranische Atomwissenschaftler ermordet. Die iranische Regierung vermutet Israel und die USA hinter den Attentaten. Zudem wurde Irans Atomprogramm durch den Computerwurm Stuxnet sabotiert. Hinter dieser Cyberattacke werden die USA und Israel vermutet.

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