Wichtige Tankerroute Netanyahu warnt Iran vor Blockade der Meerenge Bab al-Mandeb

Sollte Iran die Meerenge von Bab al-Mandeb sperren, werde Israel dies militärisch verhindern. Mit dieser Drohung hat sich der Premier Netanyahu in den Streit zwischen den USA und Teheran eingeschaltet.

Schifffahrt in der Straße von Hormus
DPA

Schifffahrt in der Straße von Hormus


Israel hat Iran mit einer militärischen Reaktion gedroht, sollte die Islamische Republik die Meerenge Bab al-Mandeb zwischen Arabien und Afrika schließen. Er sei sicher, dass Iran in diesem Fall mit einer internationalen Koalition konfrontiert sei, die eine Blockade verhindern werde, sagte der Ministerpräsident Benjamin Netanyahu am Mittwoch. Dieser werde sich auch Israel anschließen. Die Straße von Bab al-Mandeb trennt das Rote Meer vom Golf von Aden, der ein Teil des Indischen Ozeans ist.

In der vergangenen Woche hatte Saudi-Arabien angekündigt, seinen Öltransport durch die Schifffahrtsstraße auszusetzen. Zuvor hatten von Iran unterstützte jemenitische Huthi-Rebellen dort zwei Schiffe angegriffen. Saudi-Arabien und Iran liefern sich einen Stellvertreterkrieg im Jemen, der an Bab al-Mandeb angrenzt.

Iran hat bislang nicht von einer Schließung der Meerenge gesprochen, aber mit einer Blockade der Straße von Hormus gedroht, durch die ein großer Teil der internationalen Öllieferungen verschifft wird. Der US-Energieagentur EIA zufolge ist die Meerenge das weltweit wichtigste Nadelöhr für Öllieferungen. Im Jahr 2016 wurden täglich 18,5 Millionen Barrel über die Wasserstraße transportiert.

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Iran: Schnellboote sichern die Straße von Hormus

An der schmalsten Stelle ist die Straße von Hormus rund 54 Kilometer breit. Unter Berücksichtigung der Hoheitsgewässer beider Staaten ergibt sich ein schmaler schiffbarer Korridor. Die Schifffahrtswege sind daher in jede Richtung nur rund 3,7 Kilometer breit, getrennt von einer ebenso breiten Pufferzone. Die Route ist tief genug, dass die weltweit größten Tanker mit einer Tragfähigkeit von 500.000 Tonnen hindurchpassen.

Persischer Golf, Straße von Hormus und der Golf von Oman
DPA/ NASA/The Visible Earth

Persischer Golf, Straße von Hormus und der Golf von Oman

Weil die Wasserstraße zwischen Iran und der zum Oman gehörenden Halbinsel Musandam so eng ist, lässt sie sich mit relativ einfachen militärischen Mitteln kontrollieren. Schon das Verlegen von Minenfelder könnte genügen, die Durchfahrt zu versperren.

Die Drohung Irans war eine Reaktion im eskalierenden Krieg der Worte mit den USA. Der iranische Staatschef Hassan Rohani hatte den USA bei einer im Fernsehen übertragenen Rede in Teheran mit der "Mutter aller Schlachten" gedroht. "Der Frieden mit Iran wäre die Mutter allen Friedens, und Krieg mit Iran wäre die Mutter aller Schlachten." Rohani hatte sich auch direkt an US-Präsident Donald Trump gerichtet: Er erkläre Krieg und behaupte dann, das iranische Volk unterstützen zu wollen. "Sie können nicht das iranische Volk aufhetzen, entgegen seiner eigenen Sicherheit und seinen eigenen Interessen."

Trump hat via Twitter geantwortet - mit einer Warnung in Großbuchstaben: "Bedrohen Sie niemals wieder die USA, oder Sie werden Konsequenzen zu spüren bekommen, die nur wenige in der Geschichte jemals zu spüren bekommen haben."

oka/Reuters



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steinhai 02.08.2018
1. Iran hat die besseren Karten in der Hand.
Diese ewigen Drohungen aus Israel und den USA sind ja nichts neues. Seit der Revolution 1979 im Iran haben schon etliche US Presidenten gedroht und sanktioniert und Kriege gegen Iran geführt. Israel allein hat weder die Power noch Mannstärke um alleine gegen Iran auch nur den Hauch einer Chance zu haben. Sie werden nicht mal mit kleinen Gruppen wie Hizbollah oder Hamas fertig. Daher sollten sie sich lieber zurück halten und die Sprüche, anderen überlassen. Amerika hat in den 40 Jahren nach der Revolution schon alles versucht um Iran in die Knie zu zwingen. Ohne Erfolg. Als sie damals Saddam in den Krieg gegen Iran schickten haben sie auch nicht damit gerechnet das sich Iran länger als 3 Monate halten würde. Der Krieg in den sie auch direkt eingriffen endete nach 8 Jahren und war eine Schmach für Amerika. Da halfen weder modernste Waffen, noch Chemische Kampfstoffe aus Deutschland. Iran blieb standhaft. Die Amerikaner hatten es auch nicht geschaft die Öl Tanker im Persischem Golf zu schützen und der Öl Preis stieg an. Aller was Amerika schaffte war ein Ziviles Iranisches Flugzeug abzuschießen mit über 300 Toten. 40 Jahre Sanktionen haben ebenfalls Ihre Wirkung verfehlt. Iran ist nur gestärkt aus allen Situationen hervor gegangen. Wie man sieht, alles schon gewesen und vorbei, und Mr Trumpt lernte nichts von seinen Vorgängern. Auch Er wird sich die Zähne am Iran ausbeißen. Diese Länder sollten endlich lernen das sie mit Drohungen und Kriegen, absolut nichts erreicht haben und werden. Der einzigste Weg ist Freundschaft. Amerika hat bislang alles versucht bis auf diesen Schritt. Iran und das Iranische Volk wollen Freundschaft und keinen Krieg. Wenn es aber dazu gezwungen wird, wird sich der Gegner warm anziehen müssen und eine große Überraschung erleben. Der große Verlierer wird nicht Iran sein !
StMei 02.08.2018
2. Bab al-Mandeb? Rotes Meer? Iran??
Wie soll der Iran denn irgend etwas auf der anderen Seite der Arab. Halbinsel bewirken wollen? Und wieso ist im Artikel ab der 2. Hälfte die Rede von Hormuz (was allerdings deutlich plausibler wäre).
widder58 02.08.2018
3. Panikmache
Die Panikmache der üblichen westlichen Kriegstreiber geht an den Realitäten vorbei. Eine Schließung würde Unterstützer und Verbündete mehr treffen als die Gegner, wäre somit strategisch nicht sinnvoll und würde nur den Kettenrasslern aus Israel und den USA in die Hände spielen.
laotse8 02.08.2018
4. Trump hat mehr getwittert
Da steht auch, "dass die USA unter Trump nicht länger ein Staatenbund sind, der sich unverschämte Drohungen mit Gewalt und Tod folgenlos bieten lässt. Seid vorsichtiger!". Israel konkretisiert, dass Iran und Saudi Arabien im Jemen den islamischen Religionsrichtungskrieg zwar wohl weiter ungestraft führen dürfen, Störungen des Welthandels mit Öl dabei aber zu unterbleiben haben und daher mit militärisch schwersten Nachteilen sanktioniert würden. Eigentlich eine klare Sache. Iran wird sich hüten, seine Kriegserfolge im Jemen auf das Spiel in der Straße von Hormuz zu setzen. Besser rechtzeitiges martialisches, nationales amerikanisches Säbelgerassel, als mahnende, deutsche Worte des "Friedens der Menschen auf der gemeinsamen Welt" mit anschließender Eskalation des Krieges!
dirk1962 02.08.2018
5. Ein simples Schlauchboot
mit zwei Mann Besatzung und einer Panzerfaust reichen um den Verkehrsweg für Wochen zu sperren. Und dagegen will Israel militärisch vorgehen? Das klingt ebenso naiv wie hilflos. Es geht ja nicht darum, einen Tanker zu versenken. Es reicht völlig, einen einzigen auch nur minimal zu beschädigen. Dann wird keine Versicherung der Welt noch eine Ladung auf diesem Weg versichern - und der Seeweg ist bis auf Weiteres faktisch blockiert.
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