Ehemaliger israelischer Premier Olmert geht mit vier Unterhosen ins Gefängnis

Das gab es noch nie in Israel: Am Montag muss Ehud Olmert als erster Ex-Regierungschef eine Haftstrafe antreten. Er kommt zwar in den VIP-Trakt - mitnehmen darf er aber auch nicht mehr als andere Gefangene.

Früherer Premier Olmert (bei seiner Verurteilung Ende Dezember). Vier Paar Socken und religiöse Bücher
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Früherer Premier Olmert (bei seiner Verurteilung Ende Dezember). Vier Paar Socken und religiöse Bücher


Am Montagmorgen muss sich Ehud Olmert mit minimalem Gepäck im Maasijahu-Gefängnis von Ramla melden. Vier Unterhosen und vier Paar Socken darf er mitnehmen, dazu zwei Handtücher und zwei Pullis ohne Kapuzen und Innenfutter. Auch eine eigene Decke ist erlaubt, zudem zwei Laken, ein Kissenbezug sowie religiöse Bücher und Kultgegenstände.

Das ist nicht viel für die mindestens 19 Monate, die der ehemalige israelische Ministerpräsident in Ramla absitzen muss. Ende Dezember war er wegen Korruption und versuchter Strafvereitelung verurteilt worden. Eine achtmonatige Haftstrafe wegen der Annahme von Bestechungsgeldern könnte noch hinzukommen. Hier steht das Berufungsverfahren vor dem Obersten Gerichtshof noch aus.

Der 70-jährige Olmert werde in den Sonderblock 10 eingewiesen, "der für Strafgefangene vorbehalten ist, die aus unterschiedlichen Gründen nicht zusammen mit den üblichen Gefängnisinsassen untergebracht werden können", teilte der israelische Strafvollzugsdienst IPS wird. Er werde sich dort zu vier weiteren Häftlingen gesellen.

Olmert sei "verschiedenen Bedrohungen ausgesetzt"

Der besonders geschützte Block 10 hat den Angaben zufolge insgesamt 18 Plätze: sechs Zellen mit jeweils drei Betten, Dusche und Toilette, Wandschrank, Tisch, Stühlen und einem Fernseher. Im Flur gibt es laut Strafvollzugsdienst öffentliche Fernsprecher. Zum Block gehörten zudem ein Gemeinschaftsraum, ein Unterrichtszimmer und eine Bibliothek, ein Besucherraum, zwei kleine Zimmer für vertrauliche Anwaltsgespräche, ein Gebetsraum, Sportgeräte, ein Esszimmer und ein Hof.

Aufgrund seiner früheren Position sei Olmert "verschiedenen Bedrohungen ausgesetzt", erklärte der IPS. Aus der Obhut des israelischen Inlandsgeheimdienstes, der ehemalige Spitzenpolitiker mindestens sieben Jahre lang nach ihrem Dienstende weiter beschützt, werde Olmert "mit dem Moment des Haftantritts in unsere Sicherheitsverantwortung übergeben".

Das nach dem biblischen Wächter des jüdischen Tempels benannte Maasijahu-Gefängnis in der zentralisraelischen Stadt Ramla ist für VIP-Häftlinge die übliche Adresse. Olmert wird dort auf den früheren israelischen Präsidenten Mosche Katzav treffen, der seit 2011 eine siebenjährige Haftstrafe wegen Vergewaltigung und sexueller Belästigung verbüßt. Auch der seit Januar wieder amtierende Innenminister Arje Deri verbrachte 22 Monate in Maasijahu, nachdem er wegen Vorteilsnahme im gleichen Amt verurteilt worden war.

stk/AFP

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