Tel Aviv - Israel hat nach den Drohungen aus Syrien und Iran wegen eines Luftangriffs seine Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Der Geheimdienst habe mehrere israelische Botschaften weltweit angewiesen, die ohnehin schon sehr strengen Sicherheitsregeln weiter zu verschärfen, berichtete die Zeitung "Jediot Achronot". Inoffiziellen Angaben zufolge befinden sich auch Teile des Militärs in erhöhter Alarmbereitschaft.
Syrien und Iran machen Israel für einen Luftangriff auf ein militärisches Forschungszentrum bei Damaskus verantwortlich. Dabei sollen zwei Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden sein. Aus westlichen Sicherheitskreisen hieß es jedoch, der Angriff habe einem Konvoi mit Flugabwehrraketen für die israelfeindliche Hisbollah-Miliz im Südlibanon gegolten. Möglicherweise gab es auch zwei Angriffe. Israels Luftangriff auf Syrien werde "erhebliche Folgen" für Israels Großstadt Tel Aviv haben, hatte Irans stellvertretender Außenminister Hussein Amir Abdollahian getönt.
Die israelische Führung schweigt zu den Vorwürfen. Zur Politik der Abschreckung Israels gehört, Angriffe im Ausland weder zu bestätigen noch zu dementieren, um den Gegner im Unklaren zu lassen.
Auch an der Grenze zu Ägypten verstärkten die Israelis nach Angaben von Augenzeugen ihre Kontrollen. Ein Sprecher des israelischen Militärs sagte auf Anfrage, zu solchen Vorgängen würden generell keine Angaben gemacht.
Angesichts der neuen Spannungen zwischen Israel und Syrien warnte Bundesaußenminister Guido Westerwelle vor einer Verschärfung der Lage im gesamten Nahen Osten. Nach einem Treffen mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton rief der FDP-Politiker alle Seiten zur "Deeskalation" auf. "Ein Flächenbrand muss unbedingt verhindert werden." Zum umstrittenen Angriff der israelischen Luftwaffe wollten sich weder Westerwelle noch Ashton näher äußern. Bislang sei noch nicht klar, was tatsächlich passiert sei.
US-Außenministerin Hillary Clinton warf Teheran vor, derzeit mehr Personal zur Unterstützung von Assad und zur Beratung des Militärs nach Syrien zu schicken.
fab/dpa
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