Unruhen im Grenzgebiet Ein Toter bei Massenprotesten im Gazastreifen

Bei erneuten Ausschreitungen im Gaza-Grenzgebiet ist mindestens ein Palästinenser getötet worden, 167 weitere wurden verletzt. Die Proteste sollen bis nächste Woche andauern.

Palästinensische Demonstranten am 11. Mai 2018 an der Grenze zwischen dem Gaza-Streifen und Israel
AFP

Palästinensische Demonstranten am 11. Mai 2018 an der Grenze zwischen dem Gaza-Streifen und Israel


Wieder kam es zu Ausschreitungen im Gaza-Streifen. Bei erneuten Konfrontationen mit israelischen Soldaten ist an der Gaza-Grenze ein Palästinenser getötet worden. 167 weitere wurden verletzt, unter anderem ein freier Fotograf, der am Bein verletzt wurde.

Nach Angaben der israelischen Armee beteiligten sich etwa 5.000 Palästinenser an den Protesten. Seit Ende März sind bei Ausschreitungen an der Grenze zu Israel 54 Palästinenser getötet worden. Auslöser für die Proteste sind die Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels, die die Palästinenser als Katastrophe ansehen.

In einem Twitter-Post kündigte die israelische Armee an, weiter für die Sicherheit der israelischen Bürger und der israelischen Souveränität zu sorgen und diese zu verteidigen.

Die Aktion der Demonstranten heißt "Marsch der Rückkehr", der Abschluss der Proteste ist für den 15. Mai geplant. Die Palästinenser aus dem Gaza-Streifen fordern damit die Rückkehr in das heutige israelische Staatsgebiet, Israel lehnt die Forderung ab.

Organisatoren von Demonstrationen rechnet mit Massenprotesten

Palästinensische Augenzeugen berichteten, Dutzende junger Männer hätten den Grenzzaun im südlichen Teil des Küstengebiets durchschnitten. Bilder zeigten am Freitag junge Männer zwischen brennenden Reifen und schwarzen Rauchschwaden.

Rund ein halbes Jahr nach der umstrittenen US-Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt wollen die USA am Montag dort ihre Botschaft eröffnen. Es ist der 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels. Parallel erwarten die Organisatoren von Massenprotesten im Gazastreifen rund eine Million Palästinenser an der Grenze zu Israel.

In Ramallah im Westjordanland werden ebenfalls Tausende Palästinenser bei einem Protestmarsch erwartet. Die politischen Fraktionen haben dazu aufgerufen, auch zu Kontrollpunkten der israelischen Armee zu gehen. Dabei kommt es üblicherweise zu Konfrontationen zwischen beiden Seiten.

Auswärtiges Amt warnt vor Besuch der Jerusalemer Altstadt

Das Auswärtige Amt in Berlin warnte am Freitag vor dem Besuch der Altstadt in Jerusalem. Es werde empfohlen, ab sofort bis einschließlich Dienstag "nach Möglichkeit (davon) abzusehen", in die Altstadt zu gehen, hieß es in einem Sicherheitshinweis. US-Einrichtungen sollten am Montag gemieden werden. "Gewalttätige Ausschreitungen in Jerusalem, dem Westjordanland und im Gaza-Streifen sind nicht auszuschließen."

höh/dpa/AFP



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