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Beschuss aus Gaza: Erster Israeli stirbt durch Hamas-Granate

Israelischer Polizist: Fast tausend Raketen sind in Israel eingeschlagen Zur Großansicht
AP/dpa

Israelischer Polizist: Fast tausend Raketen sind in Israel eingeschlagen

Etwa tausend Raketen hat die Hamas seit Beginn des jüngsten Gaza-Konflikts auf Israel abgefeuert - nun haben die Geschosse erstmals einen Menschen getötet. Ein Zivilist wurde von einer Granate getroffen, als er Soldaten Essen bringen wollte.

Tel Aviv - Die jüngste Eskalation der Gewalt zwischen Israel und der Hamas hat das erste Todesopfer auf israelischer Seite gefordert. Ein 37 Jahre alter Zivilist wurde von einer Mörsergranate in der Nähe des Grenzübergangs Erez getroffen und tödlich verletzt. Der Mann soll sich in dem Gebiet aufgehalten haben, weil er israelischen Soldaten Lebensmittel bringen wollte, teilte das Militär mit.

Seit Beginn der jüngsten Kampfrunde vor einer Woche hat Israel nach eigenen Angaben mit Luftangriffen rund 1576 Ziele der Hamas zerstört. Nach Darstellung der palästinensischen Rettungsdienste in Gaza wurden bei den Angriffen mindestens 194 Menschen getötet und 1400 weitere verletzt. Mindestens die Hälfte der Opfer seien Zivilisten gewesen.

Die Hamas hatte wiederum mehr als tausend Raketen auf Israel abgefeuert. Die meisten davon wurden vom israelischen Abwehrsystem abgefangen oder schlugen in unbewohntem Gebiet ein.

Israel hatte am Dienstag sechs Stunden lang seine Luftangriffe auf die islamistische Hamas gestoppt. Die palästinensischen Extremisten aber feuerten ununterbrochen Raketen Richtung Israel, weil sie sich von der diplomatischen Initiative Ägyptens für die Feuerpause übergangen sahen. Nachmittags setzte dann auch die israelische Armee ihre Attacken fort.

Netanjahu entlässt stellvertretenden Verteidigungsminister

Ägyptens Fahrplan für eine Waffenruhe sah neben einer Feuerpause vor, Grenzübergänge für Menschen und Güter zu öffnen, sobald sich die Sicherheitslage stabilisiert. Die Hamas sah sich durch den Vorschlag übergangen und lehnte die Initiative ab. "In keinem Krieg hat es je eine Feuerpause ohne vorherige Vereinbarung gegeben", argumentierte der militärische Arm der Islamisten-Bewegung. Der hochrangige Hamas-Funktionär Issat al-Rischak schrieb auf seiner Facebook-Seite: "Der ägyptische Vorschlag ist weder mit der Hamas noch mit dem Islamischen Dschihad noch mit irgendeiner anderen palästinensischen Widerstandsfraktion erörtert oder diskutiert worden."

Auch unter Israelis wurde die kurzzeitige Waffenruhe kritisiert. Der stellvertretende Verteidigungsminister Danny Danon nannte sie einen "Schlag ins Gesicht" für alle israelischen Bürger - und wurde dafür am Dienstagabend laut "Jerusalem Post" abgestraft: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu entließ den Parteikollegen des konservativen Likud-Bündnisses.

Schon in den vergangenenWochen hatte Danon dem Blatt zufolge öfters Netanjahus Sicherheitspolitik kritisiert.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier drängte bei einem Besuch im Westjordanland und in Israel auf eine schnelle Verhandlungslösung. Trotz des Verlaufs des heutigen Tages bleibt es dabei, dass eine Waffenpause die einzige Chance ist, in politische Gespräche zurückzukommen", sagte Steinmeier nach Treffen mit israelischen Regierungsvertretern. Der Bundesaußenminister schränkte zugleich ein, dies setze natürlich voraus, dass die Hamas bereit sei, den Raketenbeschuss Israels einzustellen.

Netanjahu kündigte am Abend an, nun werde seine Armee mit noch größerer Härte gegen die Hamas im Gazastreifen vorgehen. Der Regierungschef sagte: "Die Hamas lässt uns keine andere Wahl."

syd/sun/AP/dpa

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Gaza-Krieg: Erneute Eskalation in Nahost

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Krieg in Gaza: Kommandoaktionen gegen die Hamas

Fläche: 22.072 km²

Bevölkerung: 8,358 Mio.

Regierungssitz: Jerusalem

Staatsoberhaupt:
Reuven Rivlin

Regierungschef: Benjamin Netanjahu

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