Nahost-Konflikt Deutschland fordert Beobachtermission für Gaza

Deutschland, Frankreich und Großbritannien forcieren eine Uno-Resolution zum Gaza-Krieg. Die Ziele: der sofortige und dauerhafte Waffenstillstand, die Aufhebung der Blockade des Gaza-Streifens und eine Beobachtermission.

Ein Großvater im Gaza-Streifen trauert um seine Enkel: Eine neue Uno-Resolution soll den Friedensprozess vorantreiben
REUTERS

Ein Großvater im Gaza-Streifen trauert um seine Enkel: Eine neue Uno-Resolution soll den Friedensprozess vorantreiben


New York - Eine neue Uno-Resolution soll den Friedensprozess im Nahost-Konflikt vorantreiben. Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben nach Angaben von Diplomaten Eckpunkte dafür vorgelegt. Das zweiseitige Dokument lag der Nachrichtenagentur AFP vor. Darin fordern die europäischen Länder einen sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand. So sollen sowohl die israelischen Militärangriffe im Gaza-Streifen als auch der Raketenbeschuss militanter Palästinenser in Richtung Israel beendet werden.

Weitere Ziele seien, eine Beobachtermission der Vereinten Nationen für das Krisengebiet zu initiieren. Dabei solle es sich mehr um eine politische denn um eine militärische Mission handeln. Außerdem solle die Blockade des Gaza-Streifens durch Israel aufgehoben werden. Diese Grenzöffnung soll von der Kontrolle des Warenverkehrs begleitet werden, um eine Aufrüstung der Hamas zu verhindern.

Das Papier beinhaltet auch Sicherheitsgarantien für Israel. Von den beteiligten Uno-Missionen war für die Initiative, von der zuerst die israelische Zeitung "Haaretz" berichtet hatte, zunächst keine Bestätigung zu bekommen.

Diplomaten zufolge ziele der Vorstoß auf die Unterstützung aller 15 Mitglieder des Sicherheitsrats ab. Die geplante Resolution soll einen neuen Anlauf bei den israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen in Kairo ermöglichen. Ein von Jordanien vorgelegter Resolutionsentwurf war zuvor auf Vorbehalte gestoßen - insbesondere Israels.

Medizinische Behandlung in Deutschland

Israel bereitet sich derzeit auf eine erneute Verschärfung des Gaza-Kriegs vor und beruft 10.000 Reservisten ein. Die Luftwaffe setzte am Donnerstag ihre Angriffe in dem palästinensischen Gebiet am Mittelmeer fort. Bei dem Konflikt, der am 8. Juli begann, wurden nach Uno-Angaben mehr als 2000 Palästinenser getötet, darunter zahlreiche Frauen und Kinder. Auf israelischer Seite starben drei Zivilisten und 64 Soldaten, davon fünf unter Beschuss der eigenen Truppen.

Drei palästinensische Opfer des Konflikts werden nun in Deutschland behandelt: Die Frauen im Alter von 24 und 50 Jahren sowie eine Neunjährige aus dem Gaza-Streifen erreichten in der Nacht zum Freitag die Ammerland-Klinik in Niedersachsen. Sie seien bei israelischem Beschuss im Gaza-Streifen schwer verletzt worden und seien mit Bauchverletzungen und Knochenbrüchen in Deutschland angekommen, teilte die palästinensische Ärzteorganisation PalMed mit.

vek/dpa/AFP/AP

Forum - Diskussion über diesen Artikel
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rkinfo 22.08.2014
1. Humanitäre Hilfe und Hamas
Sicherlich ist es richtig humanitäre Hilfe für die Opfer des Konfliktes zu leisten. Aber der Gaza-Streifen ist ein Kostenfaß ohne Boden mit viel Korruption solange dort die Hamas 'regiert'. Auch fehlt ein Konzept zur Entwicklung des Gaza-Streifen in eine stabile und wachstumsorientierte Region. Selbst beim Umweltschutz ist es dort auch schlecht bestellt. So traurig es klingt - mit der Hamas am Ruder ist jeder Euro letztlich raus geworfenes Geld. Zumindest sollte die Politik früh den Bundesrechnungshof einbinden denn Verschleudern von Steuergelder nachträglich zu lesen bringt den Bürgern nichts.
kosaptes 22.08.2014
2. Konstruktiv
Wenn diese Maßnahme dazu beiträgt, dass die Hamas ihre Angriffe gegen Israel einstellt wäre sie wohl sinnvoll. In diesem Fall wäre mit Israel auch über ein Ende der Blockade von Gaza zu reden. In allen anderen Fällen würde es nur dazu führen, dass man sich beide Seiten zu Feinden bzw. sich vor beiden Seiten lächerlich macht.
stevegee 22.08.2014
3. UN ohne Biss
Diese Kommission wird Israel verurteilen nach allem Regeln der Kunst, aber ohne Gewalt die Hamas nicht daran hindern können, Waffen ins Land zu bringen. Israel wird sich schützen müssen indem sie militärisch eingreifen und dafür wieder den Zorn der internationalen Gemeinschaft auf sich ziehen. Warum gehen die UN Gesandten nicht in israelisches Grenzgebiet und erlassen eine Resolution gegen Gaza für jede Rakete die rüber geschossen wird?
FBN 22.08.2014
4. #Was denn?
Wie, will Europa beobachten wie die Hamas zum x-ten mal den Waffenstillstand verletzt. Will die EU beim Bau von Raketen und Tunneln helfen? Eine Partei, die so nachhaltig KEINEN Frieden mit Israel will, die sollte man zuerst eliminieren. Alles andere verzögert das Eintreten von Frieden nur.
sirgentlemen 22.08.2014
5. Na endlich
Hoffentlich kommt es, die Menschen auf beiden Switen haben einen Frieden verdient.
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