Deutsch-israelischer U-Boot-Deal Netanyahus Ex-Büroleiter verhaftet

In Israel sind mehrere Personen festgenommen worden: Sie könnten in die Affäre rund um den geplanten U-Boot-Kauf verwickelt sein - zu den Verdächtigen zählen Ex-Mitarbeiter von Ministerpräsident Netanyahu.

Israelisches U-Boot
AFP

Israelisches U-Boot


Sie sollen Wirtschaftsvergehen und ethische Verstöße begangen haben: Im Zuge des Korruptionsskandals um den Kauf deutscher U-Boote ist der ehemalige Büroleiter von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu verhaftet worden. David Scharan sei einer der sechs am Sonntag festgenommenen Verdächtigen. Ein weiterer sei ein ehemaliger Minister, teilte die Polizei mit.

Hintergrund der neuen Festnahmewelle sind offenbar Erkenntnisse, die bei der Befragung von Miki Ganor gewonnen wurden. Ganor ist der ehemalige israelische Vertriebspartner von ThyssenKrupp Marine Systems. Er ist in dem Fall zum Kronzeugen geworden. Bereits Mitte Juli waren mehrere Personen verhaftet worden, unter ihnen befand sich auch Ganor.

Der Fall dreht sich um einen zwei Milliarden Dollar schweren Auftrag für die ThyssenKrupp-Marinesparte. Sie soll unter anderem drei U-Boote an die israelische Marine liefern. Seit Ende 2016 ermittelt die Staatsanwaltschaft in Israel wegen des Verdachts auf Korruption.

Ministerpräsident Netanyahu geriet wegen des U-Boot-Deals bereits in die Kritik. Er hatte den Kauf gegen den Willen des Militärs durchgesetzt. Sein persönlicher Anwalt ist gleichzeitig auch Rechtsberater des Vertriebspartners der ThyssenKrupp-Marinesparte in Israel. Sowohl der Premier, als auch der Jurist wiesen jedoch jegliches Fehlverhalten zurück. Im Februar erklärte das Justizministerium, Netanyahu sei kein Verdächtiger in der Angelegenheit.

mho/dpa



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