Israel Ex-Nazi-Offizier soll für Mossad getötet haben

Den Nazis galt er als Held, weil er Mussolini befreite. Nach dem Krieg wurde er von Israel angeworben: Der ehemalige SS-Offizier Otto Skorzeny hat laut einem Medienbericht für den Geheimdienst Mossad getötet.

Otto Skorzeny 1945 in Nürnberg
Corbis

Otto Skorzeny 1945 in Nürnberg


Ein Offizier der Waffen-SS soll laut einem Medienbericht 1962 im Auftrag des israelischen Geheimdienstes getötet haben. Otto Skorzeny sei als Mossad-Agent für das Verschwinden des Raketentechnikers Heinz Krug verantwortlich gewesen, schreibt die israelische Zeitung "Haaretz". Krug habe an einem Raketenprogramm Ägyptens, einem damals noch verfeindeten Nachbarn Israels, mitgearbeitet.

Skorzeny sei offenbar der einzige Nazi gewesen, den der Mossad später rekrutiert habe, sagte der Leiter des Jerusalemer Simon-Wiesenthal-Zentrums, Efraim Zurof, der Nachrichtenagentur dpa. Einen Deal mit Skorzeny hält Zurof aus israelischer Perspektive für sinnvoll: "Die Operation war absolut legitim, um Schaden abzuwenden."

Skorzeny soll als Gegenleistung für seine Mithilfe vom Mossad gefordert haben, von der Fahndungsliste des als Nazijäger bekannt gewordenen Simon Wiesenthal gestrichen zu werden.

Das habe Wiesenthal verweigert, sagte Zurof. Skorzeny sei als Agent für den Mossad infrage gekommen, weil er nicht aktiv am Holocaust beteiligt gewesen sei.

Über die Anwerbung von Skorzeny durch den Mossad wurde zwar bereits 1989 berichtet, aber nicht über die gezielte Tötung. Der gebürtige Österreicher hatte 1943 die Befreiung des gestürzten italienischen Diktators Benito Mussolini organisiert. Er starb 1975 als freier Mann im Alter von 67 Jahren an Krebs.

sun/dpa

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