Kadima ("Vorwärts") ist eine Partei der gemäßigten Mitte. Ende 2005 gründete
Ariel Scharon, damals
Likud-Vorsitzender und Regierungschef, die Partei zur Umsetzung seiner Palästinapolitik (einseitiger Rückzug Israels aus dem
Gaza-Streifen). Kadima vereinigt Politiker des rechtsgerichteten Likud-Blocks wie
Ehud Olmert und der sozialdemokratischen
Arbeitspartei wie
Schimon Peres. Die Partei genießt vor allem Unterstützung aus der jüdisch-bürgerlichen Mittel- und Oberschicht. Vorsitzende ist
Zipi Livni, derzeit hat Kadima 29 der 120
Knesset-Sitze.
Die Arbeitspartei (Avoda) ist eine sozialdemokratische Mitte-Links-Partei. Sie bestimmte als dominante linke Kraft bis in die siebziger Jahre die Politik des Landes. Derzeit hat die Arbeitspartei 19 Sitze in der
Knesset, ihr Vorsitzender ist
Ehud Barak.
Likud ("Zusammenschluss") ist ein konservativ- rechtsnationaler Parlamentsblock, gegründet 1973 zunächst aus
Cherut ("Freiheit"), Liberaler Partei, Laam ("Für die Nation") und anderen. Die Partei trat für einen israelischen Staat in den Grenzen des britischen Mandatsgebiets von 1922 ein, erkennt inzwischen jedoch die Existenzberechtigung eines
Palästinenserstaates an. Im Streit um den einseitigen israelischen Abzug aus dem
Gaza-Streifen spaltete sich der Flügel um
Ariel Scharon als
Kadima-Partei vom Likud ab. Der Likud-Block nennt sich selbst die "führende Rechtspartei", den Vorsitz hat
Benjamin Netanjahu. Derzeit hat der Likud 12 Sitze in der
Knesset.
Die
Schas-Partei ("sephardische Torah-Wächter") ist eine ultraorthodoxe Partei der
sphardischen Juden. Den Vorsitz hat Eli Jischai, spirituelles Oberhaupt ist
Rabbi Ovadia Josef. Die Partei hat derzeit 12 Sitze im Parlament.
Israel Beitenu ("Unser Haus Israel") ist eine rechtssäkulare, streng nationalistische Partei, die 1999 gegründet wurde und vor allem russische Immigranten vertritt. Vorsitzender ist
Avigdor Lieberman. Derzeit hat sie elf Parlamentssitze.
Die
Nationalreligiöse Partei (Mafdal) und die Nationale Einheit (Echud Leumi) bilden ein rechtsnationales Bündnis, das der Siedlerbewegung nahesteht. Mafdal geht auf eine bereits 1902 gegründete Organisation innerhalb der
Zionistischen Bewegung zurück und ist streng traditionalistisch. Sie tritt für eine Verfassung auf der Basis des jüdischen Rechts ein. Seit 1999 ist Mafdal im Bündnis mit Echud Leumi. Den Vorsitz der Mafdal und der Parlamentsfraktion hat Zevulun Orlev, Vorsitzender von Echud Leumi ist
Rabbi Benjamin Elon. Zusammen hat das Bündnis derzeit neun Sitze in der Knesset.
Gil ("Alter"; Akronym für "Rentner von Israel in die Knesset")ist eine 2003 gegründete Seniorenpartei, der bei der Wahl im März 2006 ein Überraschungserfolg gelang. Vorsitzender ist Rafael Eitan. Derzeit hat sie 6 Parlamentssitze.
Vereinigtes Tora-Judentum: Zusammenschluss von vier ultraorthodoxen Parteien
aschkenasischer Juden, darunter
Agudat Israel. Die seit 1992 bestehende Vier-Parteien-Allianz fordert Politik auf der Basis jüdischen Rechts, ist gegen jegliche Konzessionen an die Palästinenser und für eine unbegrenzte Besiedlung im "vom Gott gegebenen" Land. Vorsitzender ist Jakov Lizman. Derzeit hat das Bündnis sechs Sitze in der
Knesset.
Merez ("Energie") ist eine linksliberale Partei, entstanden 1992 aus der Arbeiterpartei
apam, der Bürgerrechtsbewegung Raz und der säkularen
Schinui (1996 wieder ausgetreten). 2005 vereingte sie sich mit der Partei Jahad ("Sozialdemokratisches Israel") zu
Merez-Jahad. Vorsitzender ist Chaim Oron. Derzeit fünf Parlamentssitze.
Die Vereinigte Arabische Liste (Raam Taal) wurde 1983 gegründet und setzt sich für den Rückzug Israels aus den besetzten palästinensischen Gebieten ein. Vorsitzender ist Talab al-Sana. Derzeit vier Sitze in der
Knesset.
Hadasch ("Demokratische Front für Frieden und Gleichheit") ist eine kommunistische Gruppierung, die aus der 1919 gegründeten Sozialistischen Partei von Palästina hervorgegangen ist. Generalsekretär ist Mohammed Baraka. Derzeit drei Sitze in der
Knesset.
Balad ("Nationale Demokratische Versammlung") ist eine arabische Parteienliste, gegründet 1996 von Mitgliedern verschiedener palästinensisch-arabischer Bewegungen. Sie strebt langfristig einen gemeinsamen Staat mit voller Gleichberechtigung für Juden und Araber an. Vorsitzender ist
Asmi Bischara. Derzeit drei Sitze in der
Knesset.
Der Rechte Weg stellt einen Abgeordneten, der für die
Gil-Partei in die
Knesset gewählt wurde, dann jedoch ausgetreten ist.
HaJerukim ("Die Grünen") ist die Partei der Grünen in Israel. Sie wurde 1997 gegründet. Ihr Vorsitzender ist der stellvertretende Bürgermeister von Tel Aviv, Peer Visner. Bei den Parlamentswahlen 2006 scheiterten die Grünen mit 1,52 Prozent an der Zwei-Prozent-Hürde.
Ale Jarok ("Grünes Blatt") nennt sich eine israelische Partei, die sich für die Legalisierung von Cannabis einsetzt.
Schinui ("Wechsel") ist eine zionistische, säkulare und liberale Partei in Israel. Sie wurde 1974 gegründet und hat mehrere Abspaltungen und Fusionen erlebt. Sie ging 1992 in dem Bündnis
Merez auf. 1996 spaltete sich ein Knesset-Abgeordneter ab und gründete wieder eine eigenständige Schinui. Bei den Parlamentswahlen 2006 scheiterte Schinui an der Zwei-Prozent-Hürde.