Nahost: Israel fliegt Angriff an syrisch-libanesischer Grenze

Das Ziel war offenbar eine Fahrzeugkolonne: Die israelischen Streitkräfte haben Sicherheitskreisen zufolge einen Angriff an der syrisch-libanesischen Grenze geflogen. Israels Armee lehnte eine Stellungnahme ab, Libanon dementierte Berichte über die angebliche Attacke.

London - Kampfjets der israelischen Armee haben laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters an der Grenze zwischen Syrien und dem Libanon eine Fahrzeugkolonne angegriffen. In dem Gebiet sei definitiv ein Ziel getroffen worden, verlautete am Mittwoch aus Sicherheitskreisen in der Region. Ähnlich äußerte sich ein westlicher Diplomat.

Wo genau sich der Angriff ereignete, welche Waffen eingesetzt wurden und was die Fahrzeuge geladen hatten, blieb unklar. Eine Aktivistin in Syrien sagte, sie habe von einem anderen Oppositionellen erfahren, dass es einen Angriff im Süden Syriens gegeben habe. Bestätigen konnte sie dies allerdings nicht. Die israelische Armee lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Libanon dementierte Berichte über einen Luftangriff auf einen Waffenkonvoi. "Die Meldungen über einen israelischen Angriff an der syrisch-libanesischen Grenze entbehren jeder Grundlage", meldete die staatliche Nachrichtenagentur NNA am Mittwoch.

Allerdings teilten die libanesischen Streitkräfte mit, israelische Flugzeuge seien in der Nacht zuvor in den südlibanesischen Luftraum eingedrungen. "Jets haben die Region um Mitternacht herum in geringer Höhe überflogen, und es war ein Geräusch wie vom Durchbrechen der Schallmauer zu hören", sagte eine Quelle im Sicherheitsapparat der Nachrichtenagentur dpa.

Israel hatte wiederholt mit Angriffen auf Konvois gedroht, die Chemiewaffen oder andere Waffen zu Syriens Verbündetem, der radikalislamischen Hisbollah-Miliz, in den Libanon bringen könnten. Am Sonntag verlegte die israelische Armee zwei Batterien des neuen Raketenabwehrsystems "Eiserne Kuppel" in den Norden des Landes.

Wegen des Bürgerkrieges in Syrien hat die israelische Regierung Bedenken geäußert, dass der Führung in Damaskus die Kontrolle über ihre Chemiewaffen entgleiten könnte. Am Sonntag erklärt sie, sollte es dafür Anzeichen geben, sei ein Einsatz Israels nicht auszuschließen. Auch die konventionellen Waffen Syriens werden in dem jüdischen Staat als Bedrohung gesehen, insbesondere wenn sie in die Hände von islamistischen Rebellen oder Guerilla-Kämpfern der libanesischen Hisbollah geraten sollten.

In Syrien kämpft Präsident Baschar al-Assad seit knapp zwei Jahren gegen die Opposition. In dem Bürgerkrieg sind nach Uno-Schätzungen über 60.000 Menschen ums Leben gekommen. Auf Seite der Rebellen kämpfen auch Islamisten, die wie die palästinensische Hamas das Existenzrecht Israels in Frage stellen. Die syrische Hauptstadt Damaskus ist nur 50 Kilometer von den Golanhöhen entfernt, die Israel annektiert hat.

hen/Reuters/AFP

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