"Vergeltung" Israel fliegt Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen

Das israelische Militär hat in der Nacht Einrichtungen der Hamas im Gazastreifen angegriffen. Es seien mehrere Gebäude, eine Waffenfabrik und "terroristische Infrastruktur" getroffen worden.

Israelische Soldaten am Gazastreifen
AP

Israelische Soldaten am Gazastreifen


Israels Militär hat in der Nacht zum Donnerstag mehrere Angriffe auf Ziele im Gazastreifen geflogen. Ziel seien Einrichtungen der radikalislamischen Hamas gewesen, teilten die Streitkräfte über Twitter mit. Getroffen wurden demnach mehrere Gebäude, "terroristische Infrastruktur" in einem Militärkomplex und eine Waffenproduktionsstätte.

Die Armee bezeichnete die Luftangriffe als Vergeltung für schweres Maschinengewehrfeuer auf die israelische Ortschaft Sderot an der Grenze zum Gazastreifen. Zuvor hatte ein israelischer Panzer am Mittwoch einen Hamas-Stützpunkt beschossen, Gesundheitsbehörden im Gazastreifen zufolge gab es einen Verletzten. Aus Sderot wurden keine Verletzten oder Toten gemeldet.

Am Montag, dem 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels, hatten israelische Soldaten etwa 60 Menschen am Grenzzaun um den Gazastreifen erschossen, mehr als 2400 Menschen wurden verletzt. Zehntausende Palästinenser hatten gegen die jahrelange Blockade des verarmten Küstenstreifens durch Israel und Ägypten protestiert sowie gegen die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem.

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Das Vorgehen der israelischen Armee hatte international scharfe Kritik ausgelöst. Frankreichs Präsident verurteilte "die Gewalt der israelischen Streitkräfte gegen die Demonstranten" im Gazastreifen. Der belgische Premier nannte die Gewalt im Gazastreifen "inakzeptabel" und forderte eine internationale Untersuchung durch die Vereinten Nationen. Auch Deutschland und Großbritannien hatten sich zuvor für eine solche Untersuchung ausgesprochen. Die Türkei zog aus Protest ihre Botschafter aus Washington und Tel Aviv ab und ordnete drei Tage Trauer für die getöteten Palästinenser an.

Für Freitag haben Palästinensergruppen zu Massendemonstrationen aufgerufen. Der seit Donnerstag laufende Fastenmonat Ramadan werde dabei berücksichtigt, teilten die Gruppen mit.

aar/dpa/AFP

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