Nahost Israel beschleunigt unterirdischen Mauerbau am Gazastreifen

64 Kilometer lang - und unterirdisch: Israel forciert den Bau einer Grenzanlage entlang des Gazastreifens. Das Megaprojekt soll verhindern, dass die Hamas künftig durch Tunnel in das Land gelangen kann.

Bauarbeiten am Gazastreifen
REUTERS

Bauarbeiten am Gazastreifen


Zwei Jahre Bauzeit, rund 700 Millionen Euro Kosten: Israel will den Bau einer unterirdischen Mauer entlang der Grenze zum Gazastreifen beschleunigen. Die Sperranlage um die abgeriegelte Palästinenserenklave soll den Bau von Angriffstunneln unter der Grenze verhindern.

Für die Hamas, die den Gazastreifen seit 2007 kontrolliert, seien die Tunnel ein "strategisches Instrument" im Kampf gegen Israel, sagte Joav Galant, ein ehemaliger General und gegenwärtig Bauminister im Kabinett von Premier Benjamin Netanyahu.

Die israelische Armee hatte während des Gazakrieges im Sommer 2014 rund 30 Tunnelanlagen entdeckt und zerstört. Die Hamas nutzte die unterirdischen Gänge unter anderem für Angriffe auf Israel.

Israelischen Medienangaben zufolge sind rund tausend Arbeiter am Bau der Mauer beteiligt, die zusätzlich zu der bereits bestehenden oberirdischen Sperranlage errichtet wird. Die 64 Kilometer lange Grenzmauer bestehe aus Betonplatten, reiche Dutzende Meter tief in die Erde und soll mit Sensoren ausgestattet werden.

dop/AFP



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