Israel Hisbollah-Rakete trifft Fabrikhalle

Eine Rakete der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz hat eine Fabrikhalle nahe der nordisraelischen Stadt Kirjat Schemona getroffen. Menschen wurden bei dem Angriff nicht verletzt.


Kirjat Schemona - Dutzende Hisbollah-Raketen schlugen auch heute im Norden Israels ein. Dabei wurde unter anderem eine Halle einer Zahnpasta-Fabrik in der Nähe der Stadt Kirjat Schemona getroffen. Erste Befürchtungen, ein Chemiewerk sei getroffen worden und es drohe der Austritt gefährlicher Chemikalien, bestätigten sich nicht. Menschen wurden bei dem Raketenbeschuss nicht verletzt.

Bei einem Hisbollah-Angriff getroffen: Eine Lagerhalle nahe Kirjat Schemona
REUTERS

Bei einem Hisbollah-Angriff getroffen: Eine Lagerhalle nahe Kirjat Schemona

Kurz vor dem Angriff hatte sich die israelische Regierung gegen eine von der Armee empfohlene Ausweitung der Bodenoffensive gegen die Hisbollah entschieden. Reservisten sollten nur für einen Austausch der eingesetzten Truppen mobilisiert werden, berichtete der israelische Rundfunk heute aus einer Sitzung des Sicherheitskabinetts in Jerusalem.

Der israelische Justizminister Chaim Ramon hatte sich gegen eine Ausweitung der Offensive ausgesprochen. "Jeder im Süden Libanons ist ein Terrorist und mit der Hisbollah verbunden", sagte Ramon dem Armeeradio. "Unser großer Vorteil gegenüber Hisbollah ist unsere Feuerkraft, nicht der Kampf von Mann gegen Mann." Arbeitsminister Eli Ischai forderte: "Wir sollten Ortschaften, die Widerstand leisten, aus der Luft angreifen, nachdem die Einwohner zum Verlassen aufgefordert haben. Dörfer, in denen sich Hisbollah-Terroristen verstecken, sollten wir nicht betreten, bevor wir sie in Sandkästen verwandelt haben." Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert sagte während der Sitzung, die gesteckten Ziele der Militäroffensive würden erreicht.

Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana unterstrich heute die Bereitschaft der Europäischen Union zur Beteiligung an einem Friedenseinsatz im Libanon. Die EU sei "stark einbezogen" in die Suche nach einer "dauerhaften Lösung" für den aktuellen Konflikt, sagte Solana in Kuala Lumpur, wo er an einer gemeinsamen Sitzung von EU und Vertretern des Südostasien-Regionalforums Asean teilnahm.

Ein Teil der Lösung könne darin bestehen, auf der Seite der libanesischen Armee eine Friedenstruppe einzusetzen, sagte Solana. Diese Truppe könne es dem Libanon ermöglichen, das gesamte Land unter Kontrolle zu bringen. Die Entsendung einer Friedenstruppe sei jedoch nur auf der Grundlage einer Resolution des Uno-Sicherheitsrates möglich. In einem solchen Rahmen wollten die Europäer ihren Beitrag leisten.

hen/Reuters/AP/dpa/AFP



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.