Grenzgebiet zum Libanon Hisbollah verübt Bombenanschlag gegen israelischen Armeekonvoi

Die libanesische Hisbollah verübt Rache für die Ermordung ihres Kommandeurs Samir Kuntar: Die Miliz hat sich zu einem Bombenanschlag auf israelische Militärfahrzeuge bekannt.


Eine israelische Militärpatrouille ist im Grenzgebiet zum Libanon Ziel eines Bombenanschlags geworden. Nach Angaben der Armee wurden zwei Jeeps durch die Explosion getroffen. Angaben zu Toten oder Verletzten machte das Militär zunächst nicht.

Die libanesische Hisbollah-Miliz bekannte sich zu dem Angriff. Die Gruppe "Märtyrer Samir Kuntar" sei für die Explosion verantwortlich. Samir Kuntar war ein prominentes Hisbollah-Mitglied. Er wurde vor wenigen Wochen bei einem israelischen Luftangriff in einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus getötet. Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah hatte daraufhin Vergeltung angekündigt.

Der Bombenanschlag ereignete sich auf dem Gebiet der Schebaa-Farmen. Israel hält dieses Berggebiet seit 1967 besetzt, der Libanon und die Hisbollah beanspruchen die Farmen für sich. Israel behauptet, das Territorium habe einst zu Syrien gehört und könne daher erst bei einem Friedensschluss mit Damaskus zurückgegeben werden. Das Assad-Regime und die Regierung in Beirut behaupten, die Schebaa-Farmen gehörten zum Libanon und müssten umgehend von Israel geräumt werden.

Israels Armee reagierte auf den Anschlag mit Artillerie. Im Südlibanon schlugen nach Angaben aus Beirut rund 40 Geschosse ein.

Ein Sprecher des israelischen Militärs sagte, der Angriff aus dem Libanon dauere an. Bewohner des Grenzgebiets wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben. Die libanesische Armee rief ebenfalls den Alarmzustand aus.

syd/Reuters



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