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Totes Baby in Israel: Minister gibt Autonomiebehörde Mitschuld an Anschlag

Ein Baby starb, als ein Palästinenser in eine Bahnhaltestelle in Jerusalem raste. Jetzt erhebt Israel schwere Vorwürfe gegen die palästinensische Autonomiebehörde: Die pflege eine "Kultur des Dschihad gegen die Juden".

Tel Aviv/Jerusalem - Der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon gibt der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) eine Mitschuld an dem Anschlag auf eine Bahnhaltestelle in Jerusalem. Der Angriff sei das Resultat der Erziehung der PA, die der jungen Generation beibringe, "Juden zu hassen und sie von ihrem Heimatland zu vertreiben", schrieb Jaalon auf Twitter.

"In der Palästinensischen Autonomiebehörde gibt es weder eine Kultur des Friedens noch hat es sie jemals gegeben", schrieb Jaalon weiter. Stattdessen existiere in der PA "eine Kultur der Aufstachelung und des Dschihad gegen die Juden".

Auch der israelische Außenminister Avigdor Lieberman äußerte sich mit Bezug auf den Anschlag auf das kanadische Parlament in Kanada: Beide Angriffe zeigten, "dass Terrorismus eine globale Seuche ist, die mit Kraft und ohne Kompromisse bekämpft werden muss", schrieb er laut der israelischen Nachrichtenseite "Ynetnews".

Am Mittwochabend war ein Palästinenser vermutlich absichtlich mit einem Auto in eine Straßenbahnhaltestelle gerast, als gerade Fahrgäste ausstiegen. Bei dem Zusammenprall starb ein drei Monate altes Baby, mindestens acht Menschen wurden der Polizei zufolge verletzt.

Der mutmaßliche Täter starb im Krankenhaus

Der mutmaßliche Täter wurde nach Polizeiangaben von Sicherheitskräften angeschossen als er zu fliehen versuchte. Der 21-jährige Palästinenser, der aus Ost-Jerusalem kommen soll, erlag am frühen Donnerstagmorgen im Krankenhaus seinen Verletzungen. Er ist ein Neffe eines mittlerweile getöteten Bombenbauers der radikalen Palästinenserorganisation Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert. Israels Regierung hatte den Angreifer zuvor als "palästinensischen Terroristen" bezeichnet.

Zwei der Verletzten befanden sich nach Angaben von Rettungskräften zunächst in kritischem Zustand. Darunter sei eine 20-jährige Frau, berichtete die israelische Zeitung "Haaretz". Demnach war der mutmaßliche Täter mit seinem Auto 14 Meter weit auf den Schienen gefahren und habe dabei aussteigende Passagiere angefahren.

Die USA haben den Anschlag verurteilt. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums sprach von einer abscheulichen Tat. Sie appellierte an die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren.

In Israel ist es in der Vergangenheit wiederholt zu Anschlägen mit Autos und gekaperten Baggern gekommen. Zuletzt hatte ein Palästinenser im August im Zentrum Jerusalems mit einem Baufahrzeug einen Bus gerammt und einen Menschen getötet.

mxw/dpa

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