Israel Jüdische Extremisten setzen Moschee in Brand

Die Gewalt rechtsgerichteter Israelis eskaliert: In Jerusalem legten sie Feuer in einer Moschee und sprühten islamfeindliche Slogans auf die Wände. Einer davon lautet: "Mohammed ist ein Schwein."

Anschlag auf eine Moschee: Schmierereien an der Wand
REUTERS

Anschlag auf eine Moschee: Schmierereien an der Wand


Jerusalem - Mutmaßliche jüdische Extremisten haben in Jerusalem eine leerstehende Moschee in Brand gesetzt. Polizeisprecher Mickey Rosenfeld sagte am Mittwoch, in einem Raum sei in der Nacht Feuer gelegt worden. Die Täter hätten auch Slogans in hebräischer Sprache an die Wand geschmiert. Die Moschee im westlichen Teil der Stadt sei zuletzt nicht in Gebrauch gewesen. Die Polizei fahndet nun nach den Tätern.

Einer der Slogans an der Wand lautete "Preisschild". Rechtsextreme jüdische Aktivisten verwenden diesen Ausdruck, wenn sie sich für Einsätze der israelischen Regierung gegen nicht genehmigte Siedler-Außenposten im Westjordanland rächen. "Mohammed ist ein Schwein", lautete eine weitere Inschrift, daneben ein Davidstern. "Ein guter Araber ist ein toter Araber", hieß es zudem.

Rosenfeld sagte, es sei der sechste Vorfall dieser Art binnen zwei Jahren. In den vergangenen Monaten war es mehrfach zu Anschlägen auf Moscheen im Westjordanland sowie im Norden Israels gekommen. Der Bürgermeister von Jerusalem, Nir Barkat, verurteilte die Tat in Jerusalem am Mittwoch. Man werde "null Toleranz" gegen solche Vorfälle zeigen.

In der Nacht zum Dienstag hatten Dutzende jüdischer Siedler einen israelischen Militärstützpunkt im Westjordanland gestürmt. Ein israelischer Oberstleutnant wurde am Kopf verletzt, als die Angreifer einen Ziegelstein in seinen Jeep warfen. Sie hätten ihn auch als "Nazi" beschimpft, sagte der Offizier, Zur Harpas, nach Angaben der Zeitung "Jediot Achronot". Der Angriff war durch ein Gerücht ausgelöst worden, wonach die Armee in Kürze nicht genehmigte Siedlungen räumen will.

Der ehemalige Verteidigungsminister Benjamin Ben-Elieser sagte dem israelischen Rundfunk, die Armee hätte viel härter auf den Angriff reagieren müssen. "Schade, dass sie nicht geschossen haben", sagte der Abgeordnete der Arbeitspartei. "Terror ist Terror." Wer einen israelischen Armeestützpunkt stürme, müsse mit dem Tod rechnen.

Auch Verteidigungsminister Ehud Barak sprach sich angesichts der jüngsten Welle der Gewalt im Gespräch mit dem Armeesender dafür aus, die Einwohner nicht genehmigter Siedlungen im Westjordanland als Mitglieder einer Terrororganisation zu definieren.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle verurteilte den Brandanschlag: "Derartige Provokationen bergen enormes Konfliktpotenzial", sagte der FDP-Politiker am Mittwoch in Berlin. "Sie belasten die ohnehin schwierigen Bemühungen um Ausgleich und Frieden in Nahost und müssen unterbunden werden."

Auch die israelische Botschaft in Berlin äußerte ihr Bedauern: "Der Angriff jüdischer Extremisten auf eine Militärbasis der Israelischen Verteidigungskräfte und israelische Soldaten und der Akt des Vandalismus gegen eine Moschee in Jerusalem sind kriminell und schändlich", erklärte Emmanuel Nahshon, Geschäftsträger der Botschaft des Staates Israel in Deutschland. Die Extremisten würden "die fundamentalen Regeln unserer Gesellschaft" missachten und sollten zur Rechenschaft gezogen werden.

hen/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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RagabAbdelaty 14.12.2011
1. Terror
Terror ist Terror. Das ist das wichtigste in diesem Artikel. Er beschränkt sich keinesfalls auch Araber bzw. Muslime; es gibt arabische, israelische, europäische und amerikanische Terroristen. Alle missachten das Judentum, Christentum und Islam, obwohl alle drei Religionen friedlich sind und den Frieden fördern.
snickerman 14.12.2011
2. Erschreckend
Zitat von sysopDie Gewalt rechtsgerichteter Israelis eskaliert: In Jerusalem*legten sie Feuer in einer Moschee*und sprühten*islamfeindliche Slogans auf die Wände. Einer davon lautet: "Mohammed ist ein Schwein." Israel: Jüdische Extremisten setzen Moschee in Brand - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,803759,00.html)
Es ist längst überfällig, diese extremistischen "Siedler" aufzuhalten, die auf Kosten der israelischen Bevölkerung leben, einen immer größeren Teil der Gesellschaft an sich reißen und mit ihrer wortwörtlichen "Betonpolitik" jeden Friedensansatz zertrampeln. Oft genug übrigens amerikanische orthodoxe Einwanderer, denen man erzählt hat, der jüngste Tag komme bald und dann müssten sie vor Ort sein- deren Hauptfeind ist der säkulare Geist der überwiegenden Mehrheit der jüdisch-israelischen Bevölkerung. Viel zu lange wurden sie alimentiert und aufwendig vom Militär des Staates beschützt, den sie doch eigentlich verabscheuen. Alle Soldaten zurück hinter die Grenzen, verlasst die Posten bei den illegalen Siedlungen. Mal sehen, wie lange diese Landbesetzer dann noch groß rumtönen. Wenn schon hochrangige Politiker aus ihrer Wut kein Geheimnis mehr machen: "Sie hätten ruhig schießen sollen", dann wird auch in der Bevölkerung der Wunsch groß sein, nicht mehr Geisel der "Haredim" zu sein...
Seshemisham 14.12.2011
3. Nicht das Kind mit dem Bade ins Meer schütten
Zitat von snickermanEs ist längst überfällig, diese extremistischen "Siedler" aufzuhalten, die auf Kosten der israelischen Bevölkerung leben, einen immer größeren Teil der Gesellschaft an sich reißen und mit ihrer wortwörtlichen "Betonpolitik" jeden Friedensansatz zertrampeln. Oft genug übrigens amerikanische orthodoxe Einwanderer, denen man erzählt hat, der jüngste Tag komme bald und dann müssten sie vor Ort sein- deren Hauptfeind ist der säkulare Geist der überwiegenden Mehrheit der jüdisch-israelischen Bevölkerung. Viel zu lange wurden sie alimentiert und aufwendig vom Militär des Staates beschützt, den sie doch eigentlich verabscheuen. Alle Soldaten zurück hinter die Grenzen, verlasst die Posten bei den illegalen Siedlungen. Mal sehen, wie lange diese Landbesetzer dann noch groß rumtönen. Wenn schon hochrangige Politiker aus ihrer Wut kein Geheimnis mehr machen: "Sie hätten ruhig schießen sollen", dann wird auch in der Bevölkerung der Wunsch groß sein, nicht mehr Geisel der "Haredim" zu sein...
Die Leute um die es hier geht wohnen meist in Baracken oder Wohnwagen irgendwo tiefer drinnen in der West Bank und glauben wahrscheinlich so diesen Teil des Gelobten Landes in ihren Besitz zu bekommen. Einen immer größeren Teil der Gesellschaft können sie garnicht an sich reissen weil dieser Teil viel zu sehr mit materiellen Belangen befasst ist. Noch nie wurden soviele Neuwagen wie dieses Jahr in Israel verkauft. Das Problem sind die Kosten die jene Siedler mit ihrer Ortswahl verursachen. Zwar lässt die Israelische Regierung von Mal zu Mal einen sollchen Aussenposten räumen - daher auch der Konflikt mit dem Militär - aber insgesamt ist das vorgehen zu lasch oder ambivalent. Zitat:"Viel zu lange wurden sie alimentiert und aufwendig vom Militär des Staates beschützt, den sie doch eigentlich verabscheuen. Alle Soldaten zurück hinter die Grenzen, verlasst die Posten bei den illegalen Siedlungen. Mal sehen, wie lange diese Landbesetzer dann noch groß rumtönen" Jenseits der Grünen Linie leben etwa 305000 Israelis. Nicht jeder davon ist ein Extremist. Genauer gesagt sind die meisten ganz normale Leute und wohnen in Schlafstädten und Orten in der Nähe der Grünen Linie. Als Steuerzahlende Staatsbürger haben sie durchaus Anspruch vom Militär geschützt zu werden. Zitat:"Wenn schon hochrangige Politiker aus ihrer Wut kein Geheimnis mehr machen: "Sie hätten ruhig schießen sollen", dann wird auch in der Bevölkerung der Wunsch groß sein, nicht mehr Geisel der "Haredim" zu sein." Haredim sind Menschen die bemüht sind möglichst alle 613 Gebote nach denen ein gläubiger Jude leben sollte, einzuhalten. Die haben mit dem Thema nichts zu tun Hier geht es im Prinzip um die Hügel-Jugendlichen die ich als Religiös eingefärbte Anarchisten bezeichnen würde. Ich hoffe zum Wohle Israels daß man sich die Regierung baldmöglichst um dieses ernster werdende Problem kümmern wird.
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