Israelreise Palästinensische Kinder appellieren an Merkel

Merkel trifft in Jerusalem auf den israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu. Kinder aus einem Beduinendorf im Westjordanland wollen sie um Hilfe zu bitten. Sie fürchten, ihr Zuhause zu verlieren.

Palästinensische Kinder halten Poster mit Merkel-Porträt
DPA

Palästinensische Kinder halten Poster mit Merkel-Porträt


Kinder aus einem Beduinendorf im Westjordanland wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei ihrem Israelbesuch um Hilfe bitten. Sie bastelten in dem Ort Chan Al-Ahmar Plakate mit Merkels Porträt und baten die deutsche Kanzlerin, sich bei Gesprächen in Israel gegen einen Abriss ihres Dorfes einzusetzen.

Merkel trifft am Mittwoch in Jerusalem den israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu. Schwerpunkte sollen die Themen Wirtschaft, Innovation und Technologie bilden.

Das Auswärtige Amt hatte israelische Pläne für die Räumung des Dorfes bereits kritisiert. "Falls hier (israelische) Siedlungen entstehen sollten, würden die Aussichten auf ein zusammenhängendes palästinensisches Staatsgebiet - und damit die Umsetzbarkeit einer Zwei-Staaten-Lösung - deutlich verringert", hieß es in einer Stellungnahme der Bundesregierung.

Israels Höchstes Gericht hatte die umstrittene Räumung des Beduinendorfes Chan Al-Ahmar erlaubt und Klagen von Einwohnern gegen den Schritt zurückgewiesen. Am Montag war eine Frist abgelaufen, die Israel den Einwohnern zur freiwilligen Räumung gesetzt hatte.

Beduinendorf laut Israel illegal gebaut

Laut Israel ist das Beduinendorf illegal gebaut. Deshalb sollen die mehr als 180 Bewohner von Chan Al-Ahmar auf ein wenige Kilometer entferntes Grundstück umsiedeln.

Die Beduinensiedlung befindet sich östlich von Jerusalem in dem strategisch wichtigen Gebiet E1. Dort ist das Westjordanland in eine Nord- und eine Südhälfte unterteilt. Es gehört zu den 60 Prozent, die unter voller israelischer Kontrolle stehen.

Palästinensern sei es laut Kritikern im Westjordanland jedoch kaum möglich, Baugenehmigungen zu erhalten. Viele Menschen könnten auf der Straße landen.

mje/ dpa

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.