Israel: Angehörige dürfen Häftlinge aus dem Gaza-Streifen wieder besuchen

Eine zentrale Forderung, die palästinensische Gefangene in einem Hungerstreik stellten, ist erfüllt: Zum ersten Mal seit fünf Jahren konnten die Häftlinge aus dem Gaza-Streifen in Israel ihre Angehörigen wiedersehen. Künftig sollen die Gefangenen jede Woche Besuch bekommen dürfen.

Angehörige auf dem Weg zum Gefangenenbesuch: Lockerung nach fünf Jahren Zur Großansicht
REUTERS

Angehörige auf dem Weg zum Gefangenenbesuch: Lockerung nach fünf Jahren

Jerusalem - Israel erlaubt Gefangenen aus dem Gaza-Streifen wieder, Besuch von Verwandten zu empfangen: 40 Angehörige von 24 Häftlingen hätten den Anfang gemacht, teilte eine Sprecherin des israelischen Strafvollzugs mit. Künftig würden wöchentliche Besuche möglich sein. Im Gegenzug zur Besuchserlaubnis hätten die Palästinenser einen Hungerstreik beendet.

Einige Monate nach der Entführung des israelischen Soldaten Gilad Schalit durch militante Palästinenser 2007 hatte Israel die Besuche für Häftlinge aus dem Gaza-Streifen verboten. Schalit wurde im Oktober vergangenen Jahres im Austausch gegen 1000 palästinensische Häftlinge freigelassen. Die Wiederzulassung von Besuchen ist Teil einer Einigung zur Verbesserung der Haftbedingungen. Um ihre Forderung zu unterstreichen, waren etwa 1600 Palästinenser in den Hungerstreik getreten, den sie erst auf Vermittlung Ägyptens im Mai beendeten. Nicht durchsetzen konnten sich die Häftlinge mit der Forderung, die "administrative Inhaftierung" zu beenden, bei der Terrorverdächtige ohne Gerichtsurteil gefangen sind.

In Jerusalem ist US-Außenministerin Hillary Clinton in der Nacht zum Montag zu einem Kurzbesuch eingetroffen. Bei Gesprächen mit der israelischen Führung wollte sie den Atomstreit mit Iran und den festgefahrenen Friedensprozess in Nahost erörtern, wie der israelische Rundfunk meldete. Auch der jüngste Regimewechsel in Ägypten sei Thema bei Clintons erstem Besuch in Israel seit fast zwei Jahren. Am Nachmittag wolle sie auch den palästinensischen Ministerpräsidenten Salam Fajad treffen.

anr/Reuters/dpa

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1. die Kinder haben sicher mit Steinen auf Panzer geworfen
ofelas 16.07.2012
Zitat von sysopREUTERSEine zentrale Forderung, die palästinensische Gefangene in einem Hungerstreik stellten, ist erfüllt: Zum ersten Mal seit fünf Jahren konnten die Häftlinge aus dem Gaza-Streifen in Israel ihre Angehörigen wieder sehen. Künftig sollen die Gefangenen jede Woche Besuch bekommen dürfen. Israel lässt erstmals wieder Angehörige zu Gefangenen aus Gaza - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,844580,00.html)
Tausende Frauen und Kinder in Haft, das zum Teil jahrelang ohne Anklage, ein Rechtstaat sieht anders aus.
2.
alfredoneuman 16.07.2012
Zitat von ofelasTausende Frauen und Kinder in Haft, das zum Teil jahrelang ohne Anklage, ein Rechtstaat sieht anders aus.
Soweit bekannt, sind unter den Gefangenen ein paar Dutzend Frauen und Jugendliche, wenn Sie von "Tausenden" reden, sollten Sie das belegen können. Im Übrigen ist es schwierig mit solchen Fällen wie in dem Artikel beschrieben umzugehen, auch für einen Rechtsstaat wie Israel. Kinder als Terrorhelfer: Für ein Taschengeld in den Tod - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/kinder-als-terrorhelfer-fuer-ein-taschengeld-in-den-tod-a-292415.html)
3. Tausende, jahrelang ...
Leserbrief 16.07.2012
Zitat von ofelasTausende Frauen und Kinder in Haft, das zum Teil jahrelang ohne Anklage, ein Rechtstaat sieht anders aus.
So viele Übertreibungen in einem Satz... Diese Gefangenen werden viel zu gut behandelt, eben weil ein Rechtsstaat besteht. Ein Selbstmord-Mörder läßt sich von ein bisschen Haft, Verpflegung und die Aussicht auf ein Studium in der Haft nicht abschrecken. Wie wäre es einmal mit echter Hilfe für Ihre palästinensischen Freunde, indem Sie sich gegen die arabische Politikerelite in Gaza und Ramallah einsetzen, damit die brutalen Sharia-Regeln, Todesstrafe abgeschafft werden und Exekutionen in Gaza ein Ende haben ? Zu gefährlich ? Als Ausrede werden Sie sagen können... andere Länder andere Sitten - denn diese archaischen Sitten sind für Sie ein Ausdruck des Volkswilles (Ihr Verständnis von Rechtsstaat) ?
4.
vlupme 16.07.2012
Zitat von LeserbriefSo viele Übertreibungen in einem Satz... Diese Gefangenen werden viel zu gut behandelt, eben weil ein Rechtsstaat besteht. Ein Selbstmord-Mörder läßt sich von ein bisschen Haft, Verpflegung und die Aussicht auf ein Studium in der Haft nicht abschrecken. Wie wäre es einmal mit echter Hilfe für Ihre palästinensischen Freunde, indem Sie sich gegen die arabische Politikerelite in Gaza und Ramallah einsetzen, damit die brutalen Sharia-Regeln, Todesstrafe abgeschafft werden und Exekutionen in Gaza ein Ende haben ? Zu gefährlich ? Als Ausrede werden Sie sagen können... andere Länder andere Sitten - denn diese archaischen Sitten sind für Sie ein Ausdruck des Volkswilles (Ihr Verständnis von Rechtsstaat) ?
Die Palästinenserführung hat doch überhaupt kein Interesse das Problem zu lösen, sie profitieren sogar von Chaos und Korruption. Der scheinbar ewige Streit mit Israel sorgt dafür immer genügend Ablenkung herrscht und wenn man mal Mist baut provoziert man einfach wieder Israel.
5. das
gekreuzigt 16.07.2012
Zitat von LeserbriefSo viele Übertreibungen in einem Satz... Diese Gefangenen werden viel zu gut behandelt, eben weil ein Rechtsstaat besteht. Ein Selbstmord-Mörder läßt sich von ein bisschen Haft, Verpflegung und die Aussicht auf ein Studium in der Haft nicht abschrecken. Wie wäre es einmal mit echter Hilfe für Ihre palästinensischen Freunde, indem Sie sich gegen die arabische Politikerelite in Gaza und Ramallah einsetzen, damit die brutalen Sharia-Regeln, Todesstrafe abgeschafft werden und Exekutionen in Gaza ein Ende haben ? Zu gefährlich ? Als Ausrede werden Sie sagen können... andere Länder andere Sitten - denn diese archaischen Sitten sind für Sie ein Ausdruck des Volkswilles (Ihr Verständnis von Rechtsstaat) ?
[QUOTE=Leserbrief;10561522]So viele Übertreibungen in einem Satz... Diese Gefangenen werden viel zu gut behandelt, eben weil ein Rechtsstaat besteht. ist jetzt ein echter Lacher! Jahrelang ohne rechtsstaatliches Verfahren inhaftiert, Folter als legitimes Verhörmittel und keine Besuche von außerhalb nennen Sie Rechtsstaat? Wie nennen Sie gleich noch die Praxis in nahegelegenen anderen Staaten?
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