Erlaubnis aus Israel Palästinenser dürfen zehn Tonnen Gurken aus Gaza exportieren

Israel lockert die Blockade des Gaza-Streifens. Ein Gurkenlaster durfte das Küstengebiet verlassen und ins Westjordanland fahren. Es war die erste Warenlieferung zwischen den palästinensischen Gebieten seit 2007.

Glücklicher Gurkenbauer in Gaza (Archiv): Hoffnung auf Wirtschaftsaufschwung
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Glücklicher Gurkenbauer in Gaza (Archiv): Hoffnung auf Wirtschaftsaufschwung


Gaza - Zum ersten Mal seit sieben Jahren hat Israel den Palästinensern erlaubt, Waren aus dem Gaza-Streifen ins Westjordanland zu liefern. Ein Lastwagen hat am Donnerstag zehn Tonnen Gurken von Gaza über israelisches Gebiet nach Hebron geliefert. Am Sonntag soll eine Tonne Fisch folgen.

Israel hatte das Ausfuhrverbot 2007 verhängt. Damals hatte die Hamas nach einem blutigen Machtkampf mit der Fatah die Kontrolle über den Küstenstreifen übernommen. Als Reaktion darauf hatte Israel die Abriegelung des Gaza-Streifens noch einmal verschärft. Seit März 2012 haben nur 55 Lastwagen mit Gütern das palästinensische Gebiet verlassen dürfen - Datteln und Palmwedel ließen Israels Grenzkontrolleure passieren, und sie wurden nach Europa und in arabische Staaten exportiert.

Nun teilte die Regierung von Benjamin Netanjahu mit, die Ausfuhrerlaubnis für Gurken und Fische solle zur wirtschaftlichen Erholung in Gaza beitragen. Doch möglicherweise handelt es sich bei den Lieferungen um Ausnahmen. Weitere Transporte von Gütern ins Westjordanland seien erst mal nicht geplant, teilten palästinensische Offizielle mit.

70 Prozent der Einwohner brauchen humanitäre Hilfe

Der Gaza-Krieg im vergangenen Sommer hat die wirtschaftliche Misere noch einmal verschärft. Das palästinensische Wirtschaftsministerium geht davon aus, dass der entstandene Schaden zwischen vier und sechs Milliarden Dollar beträgt. Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt des Gaza-Streifens liegt nach Angaben der Weltbank gerade einmal bei 2,9 Milliarden Dollar. Hunderte Unternehmen stehen vor dem Nichts.

Inzwischen sind 70 Prozent der Einwohner auf humanitäre Hilfe angewiesen, die zum Großteil von den Vereinten Nationen bereitgestellt wird. Die Arbeitslosenrate lag im ersten Quartal 2014 offiziell bei 40,8 Prozent - das war vor dem Konflikt im Sommer.

Deshalb haben USA und EU Israel aufgefordert, die Blockade des Gaza-Streifens zu lockern. Ein erster Schritt ist offenbar getan.

syd/AFP/Reuters

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