Nahost-Konflikt Israel lässt 1500 neue Siedlerwohnungen bauen

Israels Bauministerium will in den besetzten Gebieten neue Wohnungen errichten - allein 1100 im Westjordanland. Damit reagiert Jerusalem auf die Bildung einer neuen Palästinenserregierung.

Israelische Siedlung Ofra im Westjordanland: Ausschreibungen für 1500 Wohnungen
DPA

Israelische Siedlung Ofra im Westjordanland: Ausschreibungen für 1500 Wohnungen


Jerusalem - Israels Bauministerium hat nach der Vereidigung der palästinensischen Einheitsregierung Ausschreibungen für 1100 Siedlerhäuser im Westjordanland veröffentlicht. Unter anderem sollten 500 Wohneinheiten in der Siedlung Beitar Illit, 200 in Efrat sowie 80 in Ariel entstehen, berichtete der israelische Rundfunk am Donnerstag. 400 weitere Wohnungen sollen im besetzten Ostteil Jerusalems entstehen.

Bauminister Uri Ariel von der Siedlerpartei bezeichnete die Ausschreibungen als "angemessene zionistische Antwort" auf die Bildung der "palästinensischen Terrorregierung". Sieben Jahre nach dem Bruch zwischen den Palästinensern war am Montag in Ramallah eine Einheitsregierung von Fatah und Hamas vereidigt worden.

Die Konsensregierung ist das erste Ergebnis eines Aussöhnungsabkommens, das die PLO, in der die Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas dominiert, und die radikalislamische Hamas Ende April überraschend getroffen hatten.

Die Hamas hatte 2007 gewaltsam die Herrschaft im Gaza-Streifen übernommen. Seitdem regierte die gemäßigtere Fatah nur noch im Westjordanland. Mit dem Putsch war auch eine im Jahr 2006 gebildete erste Einheitsregierung von Hamas und Fatah auseinandergebrochen.

EU und USA, die die Hamas zwar als terroristische Organisation einstufen, erklärten sich grundsätzlich zur Zusammenarbeit mit der neuen Regierung bereit. Bedingung sei, dass die neue Regierung am Grundsatz der Zwei-Staaten-Lösung und dem Existenzrecht Israels festhalte, teilte die EU mit.

fab/AFP/dpa

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Seite 1
peterlustig_1 05.06.2014
1. Frieden?
Ob es in der Region wohl jemals Frieden geben wird. Ich glaube nicht mehr daran, dass ich das noch erleben werde.
drittaccount 05.06.2014
2.
Zitat von sysopDPAIsraels Bauministerium will in den besetzten Gebieten neue Wohnungen errichten - allein 1100 im Westjordanland. Damit reagiert Jerusalem auf die Bildung einer neuen Palästinenserregierung. http://www.spiegel.de/politik/ausland/israel-laesst-neue-siedlerwohnungen-bauen-a-973487.html
Die Beilegung jeglicher Streitigkeiten ist mit Landraub nicht unter 1500 Wohnungen zu bestrafen.
eryx 05.06.2014
3.
Und einmal mehr. Die Regierungsparteien unterstreichen deutlich, dass sie an einem Frieden in der Region nicht interessiert sind.
vendeta69 05.06.2014
4. Warum?
Ich verstehe nicht warum die Israelis keine Zweistaatenlösung akzeptieren wollen? Dort leben doch nicht nur Israelis, sondern auch Araber. Warum werden die Palästinenser an der Grenzkontrolle zu Palästina diskriminiert und misshandelt? Warum sagt kein Europäisches Land dagegen etwas wenn die Leute in Palästina verhungern und kein sauberes Trinkwasser haben, währenddessen die Israelis von beidem genug haben?Fragen über Fragen und keine Antwort. Ist es so schwer nebeneinander friedlich zu leben? peace
dietmarf. 05.06.2014
5. Weiter in der Sackgasse
Solange es sowohl bei den Palaestinensern als bei den Israelis keine Trennung von Staat und Religion gibt, d.h solange da und dort religioese Fundamentalisten in der Regierung sitzen, kann es keinen fruchtbaren Dialog zwischen beiden Seiten geben. Die fortgesetzte Landnahme durch die israelische Siedlungspolitik wird die Palaestinenser in die Wut der Verzweiflung, in eine neue Intifada treiben. Nur ein Stopp der Neusiedlung koennte die Palaestinenser zu einer Akzeptanz der Zwei-Staaten-Loesung bewegen.
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