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Israel: Lange Haftstrafen für grausamen Mord an Palästinenser

Die Angeklagten beim Urteilsspruch (Archiv): Die Täter wurden zu langen Haftstrafen verurteilt Zur Großansicht
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Die Angeklagten beim Urteilsspruch (Archiv): Die Täter wurden zu langen Haftstrafen verurteilt

Es war ein Rachemord: Zwei israelische Jugendliche entführten, schlugen und verbrannten einen 16-jährigen Palästinenser. Dafür müssen sie jetzt lange in Haft, einer lebenslang.

Zwei jüdische Jugendliche sind in Israel zu langen Haftstrafen verurteilt worden, weil sie einen 16-jährigen Palästinenser geschlagen, stranguliert und angezündet haben. Einer der beiden jungen Männer wurde zu lebenslanger Haft und ein weiterer zu 21 Jahren Gefängnis verurteilt.

Der 16-Jährige Mohammed Abu Chidair aus dem Ost-Jerusalemer Stadtteil Schuafat war am 2. Juli 2014 im Morgengrauen auf dem Weg zur Moschee verschleppt worden. Seine Ermordung löste in den Palästinensergebieten gewaltsame Proteste aus.

Die geständigen Angeklagten, drei nationalreligiöse Juden, hatten angegeben, die Tat als Racheakt für die Verschleppung und Ermordung von drei israelischen Jugendlichen durch Extremisten der Hamas-Bewegung drei Wochen zuvor verübt zu haben. Die Angeklagten waren bereits im November schuldig gesprochen worden.

Der Vater des Opfers sagte, er wolle gegen das Urteil Berufung einlegen und erreichen, dass auch der jüngere Verurteilte lebenslang ins Gefängnis müsse. Zum Tatzeitpunkt waren die beiden 16 und 17 Jahre alt.

Die Verurteilten müssen den Angehörigen des Opfers auch Entschädigung in Höhe von jeweils umgerechnet mehr als 7000 Euro bezahlen.

Staatsanwaltschaft mit Strafmaß zufrieden

Die Staatsanwaltschaft hatte für beide Angeklagte lebenslange Haft gefordert, zeigte sich aber mit dem Strafmaß zufrieden. Der Anwalt des jüngeren Täters teilte mit, er werde seinem Mandanten empfehlen, ebenfalls in Berufung zu gehen. Er will erreichen, dass der Mordvorwurf gekippt wird.

Voraussichtlich am 11. Februar soll entschieden werden, ob der mutmaßliche Drahtzieher, der 31-jährige Siedler Josef Haim Ben-David, schuldfähig ist. Die Anwälte des Mannes hatten seit Beginn des Prozesses Ende Juli 2014 erklärt, ihr Mandant, der sich selbst als "Messias" bezeichnet, sei geisteskrank. Allerdings legten sie ein entsprechendes psychiatrisches Gutachten erst kurz vor dem Schuldspruch vor.

brt/Reuters/dpa

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Knackpunkte der Nahost-Gespräche
Sicherheit
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Israel betont, es werde keinen Palästinenserstaat geben, solange die Sicherheit des jüdischen Staates nicht garantiert sei. Obwohl es in den vergangenen Jahren kaum noch Selbstmordanschläge palästinensischer Terroristen gibt, fühlen sich die Israelis bedroht.

Die israelischen Grenzstädte werden immer wieder von Raketen der radikalislamischen Hamas beschossen. Schlagen diese Geschosse auf israelischer Seite ein, kommt es regelmäßig zu Vergeltungsschlägen auf palästinensischem Gebiet. Die Palästinenser machen ihrerseits Angriffe durch das israelische Militär geltend.

Flüchtlinge
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Als Folge der Kriege 1948/49 und 1967 gibt es in den palästinensischen Gebieten und Israels Nachbarländern 4,8 Millionen registrierte palästinensische Flüchtlinge und ihre Nachkommen.

Die Flüchtlinge beharren auf das Recht, in ihre Heimat im heutigen Israel zurückkehren zu dürfen, Israel verneint dieses Recht und will den Verzicht auf eine Rückkehr in einem Friedensvertrag festschreiben.

Grenzen
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Nach dem Willen der Palästinenser soll ihr Staat die 1967 von Israel besetzten Gebiete Westjordanland, Gaza und Ost-Jerusalem umfassen. Israel beansprucht jedoch Teile dieses Territoriums – entgegen internationalem Recht – für sich. Israel hatte den Gaza-Streifen 2005 zwar geräumt, sein Embargo seit der Machtübernahme der Hamas 2007 aber verschärft.

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Jerusalem
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Der künftige Status der Stadt mit heiligen Stätten von Juden, Muslimen und Christen ist besonders umstritten. Israel beharrt auf dem ungeteilten Jerusalem als Hauptstadt. Die Palästinenser beanspruchen den Ostteil als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Im Jahr 2000 scheiterte der Nahost-Gipfel an der Jerusalemfrage.
Golan
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Das 30 Quadratkilometer kleine Gebiet an der Grenze von Syrien, Libanon und Israel ist seit langem umstritten. Die Vereinten Nationen und die USA sind der Ansicht, dass das Territorium als Teil der Golanhöhen zu Syrien gehört. Der Libanon und Syrien haben ihre Ansprüche bislang nicht eindeutig formuliert und wollen den Grenzdisput nach einem israelischen Rückzug klären.
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